Gesicherte Unternehmensfinanzierung ist Basis für europäisches Wirtschaftswachstum

Basel III: Verbesserungen für Betriebe und Jungunternehmer erreicht - aws/WKÖ-Umfrage: Stellenwert der Bonitätsbeurteilung steigt - Forderung nach EU-Garantiefonds

Wien (OTS/PWK320) - "Europa insgesamt muss wachsen. Dabei geht
es nicht um die Diskussion Wachsen oder Sparen. Vielmehr müssen jetzt Anreize gesetzt werden, um kostensparende Erneuerungsprozesse in Gang zu setzen und Anreize für Investitionen und Innovationen zu setzen", betonte heute, Dienstag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws), Bernhard Sagmeister. Das Thema der Unternehmensfinanzierung sei deshalb wichtiger denn je, weil es einer der Grundsteine für europäisches Wirtschaftswachstum ist.. So habe aktuell das Europäische Parlament unter Federführung von Othmar Karas u.a. deutliche Verbesserungen erreicht, was die Risikogewichtung von Krediten an (KMU) und an Betriebsgründer betrifft. Gleichzeitig forderte Leitl die Schaffung eines EU-Garantiefonds, der mit einer Einlage von 5 Mrd. Euro eine prognostizierte Hebelwirkung von bis zu 50 Mrd. Euro auslösen und damit eine Wachstumschance für die Betriebe sein könne.

Dies sei insofern von Bedeutung, als eine schlechte Bonitätsbeurteilung als Ablehnungsgrund weiter zunehme. In 7 von 10 Fällen waren fehlende Sicherheiten der Hauptgrund für abgelehnte Bankfinanzierungen. "Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung von Haftungsinstrumentarien, wie sie die aws anbietet", betonte Sagmeister, der die Forderung nach Einführung eines EU-Garantiefonds begrüßte und von einer "sinnvollen Größenordnung für stärkere Wachstumsimpulse" sprach. Es sei für die Betriebe oftmals schwierig, Sicherheiten und Bonitäten bei Banken darzustellen, Förderstellen tragen dazu bei, diese Herausforderung zu meistern. Haftungen seien in diesem Zusammenhang eine sehr budgetschonende Möglichkeit, um echte Wachstumsimpulse zu setzen.

Aus einer gemeinsamen Umfrage von aws und WKÖ sei jedenfalls ersichtlich, dass in Österreich die Investitionsvorhaben der Unternehmen etwa auf dem Niveau von 2010 liege, wobei kleinere Betriebe zurückhaltender seien, während Mikrounternehmen und mittlere Unternehmen Zuwächse verzeichneten. Rund ein Drittel der Betriebe investierte im vergangen Jahr mehr als die üblichen Ersatzinvestitionen. In der Unternehmensfinanzierung selber war 2011 die Cash flow Finanzierung (ca. 50 Prozent) dominierend. Der Anteil von Bankkrediten an der Finanzierung steigt aber mit der Beschäftigungsgröße von 19,5 Prozent bei EPU ohne Beschäftigte bis auf 34,7 Prozent bei mittleren Unternehmen (50-249 Mitarbeiter).

Mit EU-Garantiefonds Investitionen ankurbeln

Zeiten der Verunsicherung seien immer auch Zeiten der Investitionszurückhaltung. Deshalb sei es jetzt umso wichtiger, Investitionen anzukurbeln, betonte Leitl. Der nun in Diskussion befindliche EU-Garantiefonds solle dazu dienen, bestehende Ausfälle die aus Rückgarantien entstehen könnten, zu bedienen.

Auf nationaler Ebene schlägt der WKÖ-Präsident die Einführung einer "Investitionszuwachsprämie neu" vor. Diese könnte "eingeschränkt" und durch die gute Wirtschafts,- und Steuereistung -für den Staat leistbar - eingeführt werden. Ebenfalls am Tableau:
Eine Nachfolgeregelung des alten Mittelstandsfinanzierungsgesetzes, um Alternativen zur reinen Bankenfinanzierung für Unternehmen zu schaffen.

Basel III: Etappensieg im Sinne der KMU

"Eine Stabilisierung des europäischen Bankensystems ist notwendig, sie darf aber nicht auf Kosten der Unternehmen Europas erfolgen. Die Kreditvergabe muss gewährleistet bleiben, um Wachstum und Beschäftigung nicht zu gefährden", fordert Leitl im Hinblick auf die Umsetzung der neuen Eigenkapitalregeln Basel III in EU-Recht. Bei der gestrigen Abstimmung zu Basel III in dem für Finanzmarktregulierung zuständigen Ausschuss des Europäischen Parlaments habe die Wirtschaft "einen bedeutenden Etappensieg im Sinne der KMU erzielt". Die Europaabgeordneten sind auf wichtige Forderungen der WKÖ eingegangen:
Die möglichen negativen Effekte von Basel III auf die kleine und mittelständische Wirtschaft sollen demnach dadurch abgefedert werden, dass bei Krediten an KMU das sogenannte Risikogewicht um 30 Prozent gesenkt wird. Damit mehr Kredite unter diese neue Regelung fallen, soll darüber hinaus die sogenannte Retailgrenze, bis zu der Kredite begünstigt werden, von 1 auf 2 Millionen Euro angehoben werden.

Leitl appelliert nun an die EU-Finanzminister, bei ihrer heutigen Sitzung eine Einigung zu erzielen, damit Basel III rasch unter Dach und Fach gebracht werden kann: "Brüssel muss ein deutliches Signal an Europas Unternehmen senden: Wir lassen euch in dieser schwierigen Situation nicht im Regen stehen." (us)

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