- 14.05.2012, 12:24:28
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Bildungsreferent LHStv. Scheuch: Lehrerarbeitszeiten neu regeln
Statt Neiddiskussion endlich Entscheidungen herbeiführen
Klagenfurt (OTS/LPD) - Die laufende Diskussion um Reformen im
Bildungsbereich dürfe nicht in eine Neiddebatte um die Arbeitszeiten
der Lehrer ausarten, erklärt heute, Montag, Bildungsreferent LHStv.
Uwe Scheuch. Vielmehr gelte es, anhand der Fakten endlich
Entscheidungen zu fällen und klare, moderne Regelungen einzuführen.
"Laut aktuellen Berechnungen kommen Lehrer im heurigen Schaltjahr auf
182 Arbeitstage bei 184 freien Tagen. Diese Zahl allein zeigt schon
die Problematik. Es braucht mehr Anwesenheit der Pädagogen in der
Schule. Mit der Einführung einer Regelarbeitszeit inklusive
Anwesenheit der Lehrer an der Schule könnte die Qualität des
österreichischen Bildungssystems sprunghaft gesteigert werden",
fordert Scheuch.
Würde man den Lehrern eine angemessene Infrastruktur - also
eigene Arbeitsplätze mit modernen Kommunikationsmitteln - zur
Verfügung stellen, könnte man durch die damit verbundene
Anwesenheitspflicht für die Pädagogen die Betreuungsproblematik der
Eltern lösen, bei den Hausaufgaben Unterstützung gewährleisten und
die Nachhilfekosten dramatisch senken, führt Scheuch als Argumente
an. In einem modernen Bildungssystem müsse man den Schülern die
Wahlmöglichkeit für eine umfangreichere Betreuung einfach geben. "In
Kärnten wurden letztes Jahr rund sieben Millionen Euro für Nachhilfe
ausgegeben. Diese Nachhilfe wird ironischerweise großteils von
Lehrkräften geleistet, die den Stoff während des Regelunterrichtes
offenbar nicht ausreichend durcharbeiten können. Für jede zweite
Familie in Kärnten bedeuten die damit verbundenen Kosten eine
spürbare Belastung. Würden Lehrer - bei fünf Wochen Urlaub, so wie
alle anderen - von acht bis 16 Uhr an der Schule arbeiten, würde man
diese gesamte Problematik auf einen Schlag lösen", so Scheuch. Dass
die Einnahmen der Lehrer aus diesen Nachhilfestunden auch eine
gewisse steuerliche Komponente darstellen würden, sei ein weiterer
Aspekt des derzeitigen Systems.
Im Zusammenhang mit den notwendigen Infrastrukturadaptierungen
verweist der Bildungsreferent auf das Vorgehen bei der Einrichtung
von Bildungszentren in Kärnten. "Wir nehmen bei den neuen
Bildungszentren extra Bedacht auf Arbeitsplätze für Lehrer. Man darf
ja auch nicht vergessen, dass es durch die geringeren Schüler- und
Klassenzahlen zusätzliche Möglichkeiten durch freiwerdende
Räumlichkeiten gibt. Letztendlich geht es aber nur darum, das
Bildungssystem effizienter und qualitativ besser zu machen. An diesem
Ziel sollte man sich orientieren - und die dafür nötigen Gelder sind
auch gut in die Zukunft unserer Kinder investiert", meint Scheuch.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
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