Schönborn: Religiöse Lage ist "anspruchsvoll und hoffnungsvoll"

Wiener Kardinal als päpstlicher Gesandter bei 450-Jahr-Feier der Wiedererrichtung des Prager Erzbistums

Prag, 12.05.12 (KAP) Die gegenwärtige religiöse Situation in Tschechien und weithin in Europa ist "anspruchsvoll, aber auch hoffnungsvoll". Zu diesem Befund kam Kardinal Schönborn bei seiner Predigt am Sonntag im Prager Veitsdom. Anlass dafür war die 450-Jahr-Feier der Wiedererrichtung des Prager Erzbistum, an der der Wiener Erzbischof als persönlicher Gesandter von Papst Benedikt XVI. teilnahm. Die "Gottesfrage" des Menschen müsse Ausgangspunkt für eine "notwendige neue Evangelisierung" sein, hielt Kardinal Schönborn fest. Dabei erinnerte er an den Besuch des Papstes vor drei Jahren in Tschechien, wo dieser "die positive Chance dieser Kirchensituation in einem so säkularen Land" angesprochen hatte.

Der Blick zurück zeige, dass im 16. Jahrhundert die Kirche in Tschechien durch die katholische Reform "eine Zeit tiefer religiöser Erneuerung" erlebt habe, die nicht nur der Macht des Hauses Habsburg zu verdanken sei, so Kardinal Schönborn. Gleichzeitig mache die Erinnerung an die Ereignisse vor 450 Jahren "die Komplexität der Geschichte bewusst, die dramatischen Konflikte und die verschlungenen Wege der Kirche und der Menschen".

Heute brauche es eine neue Evangelisierung und Aufmerksamkeit für jene Menschen, die sich selbst als Agnostiker und Atheisten ansehen. Dabei erinnerte der Kardinal an das vom Papst geprägte Bild vom "Vorhof der Völker" im Tempel von Jerusalem: So wie damals solle die Kirche sich auftun, dass sich suchende Menschen dem Geheimnis Gottes nähern können. Dafür sollten die Christen "den Weg einer dienenden, liebenden, Leid und Freude der Mitmenschen teilenden Kirche" gehen, sagte Kardinal Schönborn.

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