Mit einer Lok von Helsinki bis an die Adria

Der baltisch-adriatische Korridor als Zukunftsinvestment

Wien (OTS) - Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich setzte rund um den Europatag einen Veranstaltungsschwerpunkt in Graz.

Zentrales Herzstück der Veranstaltungsreihe war neben der Kinovorführung des Gewinnerfilms des Lux-Filmpreises des Europäischen Parlaments 2011 und dem Bürgerforum das Seminar zum Thema "Mobilitätsdrehscheibe Graz".

Dabei standen alle aktuellen Fragen der europäischen Infrastrukturpolitik, die von besonderem Interesse für die Grazer Region sind, zur Diskussion. Im Mittelpunkt des Interesses standen der baltisch-adriatische Korridor und seine Trassenführung durch die Steiermark.

Mit dem interessierten Publikum diskutierte ein hochkarätiges Podium:
Die Europaabgeordneten Jörg Leichtfried und Hubert Pirker, Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann, sowie der Experte Wolfgang Schwarzbauer vom IHS gaben fundiert Auskunft zu allen Fragen.

Eingangs legte Wolfgang Schwarzbauer das Potential des Wirtschaftsstandortes Graz mit seiner wettbewerbsfähigen Industrie und der Nähe zu südlichen und süd-östlichen Märkten dar. Gerade die Anbindung an boomende Wirtschaftsräume in Polen und an die Autoindustrie der Slowakei, sowie an die südlichen Häfen durch die baltische-adriatische Achse würde der Region enormes nachhaltiges Wirtschaftswachstum bringen. Zur Untermauerung zitiert der Experte aus einer Studie des IHS und der Wirtschaftsuniversität Wien, aus der hervorgeht, dass der Betrieb der Trasse dem Bundesland Steiermark eine langfristige Steigerung des BIPs um 0,6% brächte.

Der Europaabgeordnete Jörg Leichtfried unterstrich die Wichtigkeit der Anbindung des Wirtschaftsraums Graz an den oberitalienischen Wirtschaftsraum und an die Wirtschaftsmotoren in Nordosteuropa. Das benötigte Investitionsvolumen von 250 Mrd. EUR in alle Transeuropäischen Netzwerke sei zwar enorm, dennoch wären dies Projekte, von denen die europäische und insbesondere auch die österreichische Infrastruktur für die nächsten 100 Jahre profitieren könnte. Insbesondere weist Leichtfried auf die Wichtigkeit eines regionalen und politischen österreichischen Schulterschlusses hin, um für die für Österreich wichtigen Projekte auf europäischer Ebene eine Mehrheit zu finden.

Der Europaabgeordnete Hubert Pirker schloss sich vor allem diesem letzten Punkt vollinhaltlich an. Insbesondere in Hinblick darauf, dass allein durch Österreich drei der wichtigsten transeuropäischen Korridore durchführen sollten, sei der Schulterschluss zur Erlangung einer entsprechenden europäischen Ko-finanzierung umso wichtiger. Es gehe auch darum, potentielle Verkehrs- und Tourismusräume rund um den Baltisch-Adriatischen Korridor zu erschließen und ein Wachstumspotential auszuschöpfen. Abschließend wies er noch darauf hin, dass die Politik auch vor der Herausforderung stünde, die betroffenen Anrainer für derart wichtige Infrastrukturprojekte zu gewinnen.

Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann betonte die Wichtigkeit von Infrastrukturprojekten für die Zukunft. Gerade der Großraum Graz entwickle sich rasant und sei derzeit bereits eine Agglomeration von 290.000 Einwohnern. Eine Anbindung an andere Wirtschaftsräume sei daher eine Chance für den Wirtschaftsstandort und vor allem für den Arbeitsmarkt. Die geschätzten Kosten von EUR 10 Mrd. für den Koralm-und den Semmeringbasistunnel, sowie für die zubringende Infrastruktur, sei daher nicht nur ein gutes Investment, sondern zum heutigen Zeitpunkt auch "bereits auf Schiene".

Auch aus der anschließenden Diskussion ging eine klare Befürwortung des Baltisch-Adriatischen Korridors und der daraus resultierenden Wirtschaftseffekte für die Steiermark hervor, es wurde allerdings auch auf die absolute Notwendigkeit hingewiesen, das Bahn-, aber auch das Straßennetz mit den Nachbarstaaten zu harmonisieren. "Mit einer Lok von Helsinki an die Adria", unter dieses Motto solle sich die Europäische Infrastrukturpolitik stellen.

Photos finden Sie in Kürze unter: www.europarl.at.

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