WKÖ-Klacska: Investitionen in Schieneninfrastruktur forcieren statt zurückschrauben

Generalverkehrsplan aus einem Guß notwendig

Wien (OTS/PWK307) - Die Verkehrsleistung in der EU 2050 wird Prognosen zufolge im Güterverkehr um rund 80% und im Personenverkehr um rund 50% steigen. "Österreich hat dabei die einmalige Chance, sich als Logistikdrehscheibe in Europa zu positionieren und Wertschöpfung zu schaffen. Die Voraussetzung dafür ist aber eine leistungsfähige und zuverlässige Verkehrsinfrastruktur verbunden mit einer aktiven Ansiedlungspolitik", unterstreicht der Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, Alexander Klacska.

Neben Investitionen in die Schienenstrecken ist dabei besonders eine ausreichende Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit von Terminals und Verschubknoten notwendig. Terminals als Schnittstelle zwischen mehreren Verkehrsträgern machen den Umschlag kostengünstig. Klacska:
"Damit gehen wir einen Schritt in Richtung ökosozialen Mobilitätsmix im Güterverkehr. Neue Güterterminals können auch verstärkt von privaten Betreibern realisiert werden. Das Cargo Center Graz ist dafür ein Erfolgsbeispiel und könnte Muster für weitere Projekte sein." In diesem Zusammenhang wäre ein einheitliches Konzept für Umschlagterminals in Österreich sinnvoll, welches auch Gegebenheiten und Anforderungen im benachbarten Ausland berücksichtigt. "Die Unternehmen als Nutzer des Schienengüterverkehrs sollten in die Diskussion miteinbezogen werden, was notwendig ist und wo es Adaptierungsbedarf gibt".

Ansiedlungspolitik in Einklang mit Verfügbarkeit von hochwertigen Infrastrukturen
Derzeit werden Raumplanung und Betriebsansiedelungen sehr dezentral durchgeführt. Dabei wird oft die Verfügbarkeit von hochwertiger Eisenbahninfrastruktur zu wenig in Betracht gezogen. Die Ansiedelung von Betrieben insbesondere in der Sachgütererzeugung und mit hohem Transportaufkommen sollte verstärkt nach Gesichtspunkten der Verfügbarkeit von Eisenbahninfrastruktur erfolgen. Nur so kann der Verkehrsträger Schiene seine Stärken voll nutzen und ein nachhaltigeres Verkehrssystem entstehen, so Klacska. "Wir brauchen einen Generalverkehrsplan, der alle Verkehrsträger einbezieht und auch auf Intermodalität und Hinterlandverbindungen Rücksicht nimmt. Nur so ist sichergestellt, dass unser Produktionsstandort die notwendigen Verkehrsanbindungen hat, dass Wohn- und Gewerbegebiete sinnvoll getrennt und beide noch über Kapazität zur Erweiterung verfügen."

Anschlussbahnförderung als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrsstrategie
Anschlussbahnen sind ein wichtiger Bestandteil des Schienengüterverkehrs und wickeln mehr als zwei Drittel des Güterumschlags im Schienenverkehr ab. Sie ermöglichen eine direkte Beladung von Waggons am Firmengelände und ersparen Lkw-Fahrten zum Schienenterminal und das Umladen am Terminal. Die Anschlussbahnförderung als Beitrag zum Bau von neuen Anschlussgleisen wird aus Spargründen jedoch zurückgefahren. "Statt die Weichen Richtung Schienenverkehr zu stellen, wird ein wichtiges verkehrspolitisches Instrument vernachlässigt. Wir fordern die Stärkung dieser verhältnismäßig günstigen Maßnahme zur Stärkung des Schienengüterverkehrs.", betont Klacska. Dass die Unternehmen nach wie vor großes Interesse an den Förderungen hätten, zeige die Zahl der Förderanträge. Eine Anschlussbahn sei Ausdruck eines langfristigen Engagements der Versender zum Bahntransport, denn ein Unternehmen würde diese mit relativ hohen Investitionen verbundene Infrastruktur nicht bauen, wenn nicht ein langfristiges Interesse am Schienengüterverkehr bestünde. Die Bedingungen zum Mindestaufkommen seien aufgrund der notwendigen Effizienz des Betriebs auf Anschlussbahnen weiterhin einzuhalten und von der Politik zu setzen.

Dialog zwischen ÖBB und Wirtschaftskammer bietet Plattform zum Informationsaustausch
Das Schienengüterverkehrssystem ist von langfristigen Kooperationen zwischen den Verkehrsunternehmen und der verladenden Wirtschaft geprägt. Dies trifft insbesondere zu, wenn Produkte oder Preise des Schienengüterverkehrs wesentlich geändert werden, wie im Frühjahr 2011. Aufgrund dieser kurzfristigen Änderung wurde letztes Jahr ein Dialog zwischen ÖBB und der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr gestartet. Dieser bietet eine gute Plattform, um Informationen auszutauschen und zu diskutieren.

Klacska: "In Zukunft sollten die betroffenen Unternehmen bereits in der Planungsphase von wesentlichen Maßnahmen beim Schienenverkehr eingebunden sein. Dies gewährleistet einerseits eine bessere Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse, andererseits höhere Planungssicherheit für alle Beteiligten und insgesamt ein nachhaltigeres Transportsystem." (PM)

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Tel.: (++43) 0590 900-3251
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