ÖAMTC: Unfallserie in Wien zeigt: Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet

Kinder haben noch kein Bewusstsein für die Risiken des Straßenverkehrs

Wien (OTS) - In den vergangenen zwei Tagen ereigneten sich mehrere schwere Verkehrsunfälle mit Kindern. Laut BMI gab es in diesem Jahr bereits drei Unfälle mit tödlich verunglückten Kindern im Straßenverkehr. Zwei Kinder wurden als Fußgänger und eines als Pkw-Insasse getötet. Diese Entwicklung spiegelt die besorgniserregende Unfallstatistik aus dem Jahr 2011 wider. Im Vorjahr verunglückten auf Österreichs Straßen laut Statistik Austria 450 Kinder im Alter zwischen 0 und 4 Jahren bzw. 2.449 Kinder zwischen 5 und 14 Jahren. 13 Kinder kamen im Vorjahr ums Leben, fünf davon als Fußgänger.

"Vor allem Kleinkinder sollten als Fußgänger, Roller- oder Radfahrer nie ohne eine verantwortungsbewusste erwachsene Begleitperson unterwegs sein. Die Erwachsenen müssen dabei besonders wachsam und vorsichtig sein. Mangels Erfahrung fällt es Kindern nämlich sehr schwer, gefährliche Situationen als solche zu erkennen", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Kleinkinder wissen beispielsweise noch nicht, dass ein Fahrzeug nicht sofort anhalten kann, wenn sie plötzlich über die Fahrbahn laufen. Ihr Sinn für Geschwindigkeiten und mögliche Gefahren muss sich erst entwickeln. "Bis zum Alter von etwa vier Jahren richten Kinder ihre Aufmerksamkeit vor allem auf Dinge, die ihre Neugierde wecken. Sie sind sehr leicht ablenkbar und reagieren oft spontan", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Kinder sind leicht zu übersehen - Aufsichtspersonen müssen wachsam sein

Hinzu kommt, dass Kinder aufgrund ihrer Körpergröße im Straßenverkehr ohnehin sehr leicht zu übersehen sind. "Eltern sollten darauf achten, die Sichtbarkeit ihrer Kinder zu erhöhen. Reflektoren bei Dämmerung oder Dunkelheit - an Kleidung oder Schultaschen angebracht - können maßgeblich zur Sicherheit der Kleinen beitragen. Außerdem sollte man Kinder dazu anhalten, Straßen an Zebrastreifen oder ampelgeregelten Kreuzungen zu überqueren", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Kleinkinder sind unbedingt immer fest an die Hand zu nehmen. Die Begleitperson sollte dabei an der Gehsteigaußenseite gehen, das Kind an der eher geschützten Innenseite. Außerdem ist zu beachten, dass Kinder das gezeigte Verhalten der Erwachsenen kopieren. "Erwachsene dienen als Vorbilder. Sie sollten dementsprechend richtiges Verhalten vorzeigen. Das Überqueren von roten Ampeln gilt als absolutes Tabu", appelliert die ÖAMTC-Verkehrspsycholgin.

Nach und nach sollte man Kinder mit den wichtigsten Verhaltensregeln im Straßenverkehr vertraut machen. "Dabei ist auf eine kindgerechte Sprache, mit oftmaligen Wiederholungen und viel Lob bei richtig nachgemachtem Verhalten der Kinder zu achten. Die Kleinen sollten genügend Zeit fürs Verstehen und Nachmachen erhalten und keinesfalls mit zu vielen Informationen überfordert werden", empfiehlt die ÖAMTC-Expertin.

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