Neues Volksblatt: "Zuständigkeit" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. Mai 2012

Linz (OTS) - Bei ihrem Kampf für eine gemeinsame Schule - nein, nicht der 10- bis 14-Jährigen, sondern, wie sie gestern sagte, der 6-bis 14-Jährigen - setzt SPÖ-Ministerin Claudia Schmied vor allem auf die normative Kraft des Faktischen. Sprich, sie schafft Tatsachen. Mehr Geld für die Neue Mittelschule, aber keine zusätzlichen Investitionen in die AHS; eine Vereinheitlichung des Lehrertyps als Vorstufe zur Einheitsschule - um nur zwei Beispiele zu nennen.
Das Problem daran: Schmied schafft sich ihre Schulwelt, wie sie sie gerne hätte, aber sie lässt andere Ansichten nur ungern zu. Vielleicht hängt das mit ihrem Selbstbild zusammen, tituliert sie sich doch so konsequent als Bildungsministerin, dass die Bezeichnung mittlerweile völlig unreflektiert in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist. Dabei ist sie Unterrichtsministerin, und als solche weder für die vorschulische Bildung noch den tertiären Bildungsbereich zuständig.
Sehr wohl zuständig wäre die Unterrichtsministerin für etliche Baustellen: Zentralmatura, modulare Oberstufe oder Dienstrecht beispielsweise. Zuständig und verantwortlich wäre sie auch dafür, dass bei allen notwendigen Weichenstellungen so viel Ruhe an den Schulen herrscht, dass dort bestmögliche Arbeit geleitest werden kann, egal, welches Türschild dranhängt oder dranhängen wird.

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