WKÖ-Vize RfW-BO Amann zu Fachkräftemangel: Regierung muss "Lehrlingsgipfel" mit der Wirtschaft und Experten einberufen!

"Macht die Regierung in ihrer Lehrlingspolitik nicht bald eine Kehrtwendung, fehlen in wenigen Jahren den Betrieben die Fachkräfte und jungen Menschen die Jobperspektiven."

Wien (OTS) - Eine Umkehr der Regierung bei ihrer Lehrlingspolitik fordert WKÖ-Vizepräsident RfW-Bundesobmann Fritz Amann. "Wider alle Expertenwarnungen tun Schwarz-Rot nichts gegen den Fachkräftemangel, im Gegenteil, sie haben die Förderungen für die betriebliche Lehrlingsausbildung drastisch gekürzt. Die politisch gelenkte "Parallelwelt" der überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) hingegen wird "auf Teufel komm raus" gefördert", kritisiert Amann. Er fordert erneut einen "Lehrlingsgipfel" der Regierung mit der Wirtschaft und Experten.

Ausgewiesene Experten wie der frühere Lehrlingsbeauftragte Egon Blum würden seit Jahren vor dem Fachkräfteschwund warnen: Ändere sich nichts, rechne er aufgrund der demografischen Entwicklung beispielsweise im Jahr 2017 mit einem Minus bei den Lehrlingszahlen von rund 45.000 (Basis: 2009). "Der Blum Bonus hat mit einem Einsatz von rund hundert Millionen Euro über 12.500 zusätzliche betriebliche Lehrstellen gebracht. Das Erfolgsmodell wurde abgeschafft - genauso wie der "Qualitätsbonus" und die Prämie für die Schaffung neuer Lehrstellen", kritisiert Amann. Stattdessen "pulvere" die Regierung weit über 200 Millionen Euro jährlich in ÜLAS. Ein ÜLA-Platz koste den Steuerzahler pro Jahr rund 18.000 Euro - das sei ein Vielfaches dessen, was eine betriebliche Lehrstelle jährlich koste. "Mit den ÜLAs "erkauft" sich die Regierung eine bessere Arbeitslosenstatistik bei den Jugendlichen. Zur Förderung des fehlenden Fachkräftenachwuchses ist dieses extrem kostspielige Modell keinesfalls geeignet", so Amann.

"Macht die Regierung in ihrer Lehrlingspolitik nicht bald eine Kehrtwendung, fehlen in wenigen Jahren den Betrieben die Fachkräfte und jungen Menschen die Jobperspektiven", warnt Amann. Es müssten jetzt "Nägel mit Köpfen" gemacht werden. "An einem Lehrlingsgipfel mit Experten und Praktikern führt kein Weg vorbei. Es herrscht wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische "Gefahr im Verzug"", so Amann, der sich für die Einführung eines "Blum Bonus Neu" ausspricht.

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