AK zur "Baustelle Finanzmarktreform": "Banken solide und sinkbar machen"

Tag 2 der AK Woche der Finanzmarktreform: Warum es eine Restrukturierung der Banken und ein Insolvenzrecht braucht

Wien (OTS) - Blindes Vertrauen auf externe Ratings statt gewissenhafter Risikoprüfung, Risikomodelle, die in ihrer Scheinpräzision die Illusion der Kontrollierbarkeit von Risiken genährt haben, zu hohe Finanzierungshebel zur Erreichung hoher risikoreicher Eigenkapitalrenditen, Vertrauen auf immer liquide Märkte und ein erfolgreiches Lobbying der Banken für eigenkapitalschonende Regulierung waren die Zutaten, die die Banken fast in den Ruin geführt hätten.

Der AK Bankenexperte Thomas Zotter stellt sich deshalb heute von 10.00 bis 11.30 auf www.facebook.com/arbeiterkammer der Diskussion über ein brauchbares Bankeninsolvenzrecht, damit wir nicht sehenden Auges die Legitimität unseres demokratischen Systems und die Grundlagen unseres Wohlfahrtsstaates, wie wir sie kennen, gefährden. Den Text zu dieser Baustelle finden Sie auf
http://wien.arbeiterkammer.at/finanzmarktreform

Denn: Weil es bislang kein brauchbares Bankeninsolvenzrecht gibt, waren die Staaten gezwungen, die Institute mit noch nie dagewesenen Summen aufzufangen. Dadurch stiegen Defizite und Schulden der Staaten, die in ihrer großen Mehrheit davor auf einem erfolgreichen Konsolidierungspfad waren, an oder über die Grenzen der Belastbarkeit.

Basel III und die entsprechenden Kapitaladäquanzrichtlinien korrigieren einige dieser Schwachstellen, indem sie die Qualitätsanforderung des Eigenkapitals erhöhen, Sicherheitspuffer einführen, ein solideres Liquiditätsmanagement vorsehen und einen Fremdfinanzierungshebel einführen, sowie die Bedeutung von externen Ratings zurückdrängen. Wir haben aber weiter kein Rüstzeug, um eines der Kernprobleme in den Griff zu bekommen: die Angst vor einem Bankenkonkurs. Damit bleiben aber die verfehlten Anreize für Management und EigentümerInnen bestehen, sie wurden durch Bankenhilfspakete sogar noch verstärkt. Ziel muss es sein, die Funktionen von Banken retten zu können, ohne Management, EigentümerInnen und professionelle GläubigerInnen mitretten zu müssen. Diese sind in die Verantwortung zu nehmen - Eigentum verpflichtet. Außerdem braucht es vorgelagerte, frühzeitige Eingriffsmöglichkeiten der Aufsicht. Sowohl die EU-Kommission als auch die österreichische Regierung sind hier säumig.

Alle Infos zur AK Finanzmarkt-Woche zur Broschüre "Baustelle Finanzmarktreform. Fünf Wege zur Regulierung" auf einen Blick:
Mo, 7.5., Baustelle I - Schutz der KleinanlegerInnen und Bankkundlnnen
Di, 8.5., Baustelle II - Ein solider Bankensektor
Mi, 9.5., Baustelle III - Stabilisierung des Finanzmarktes
Do, 10.5., Baustelle IV - Marktordnung für die Finanzwirtschaft
Fr, 11.5., Baustelle V - Finanztransaktionssteuer
Diskussion jeweils ab 10.00 auf www.facebook.com/arbeiterkammer Texte zur Baustelle jeweils ab 8.00 zum Download:
http://wien.arbeiterkammer.at/finanzmarktreform

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Martina Madner
Tel.: +43-1 501 65-2151
martina.madner@akwien.at
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