UGöD: "20 Prozent mehr für Junglehrer" - Fekter bricht vereinbartes Stillschweigen und verbreitet Halbwahrheiten

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD für Transparenz statt Geheimdiplomatie hinter dem Rücken der betroffenen ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS) - Die erste Nicht-Geheimhaltung ist jetzt offiziell:
Während BMUKK und LehrerInnengewerkschaft sich strikt ans Stillschweigegebot halten, erzählt Mitverhandlerin Maria Fekter dem KURIER, dass die JunglehrerInnen künftig 20% mehr verdienen und mindestens drei Wochenstunden mehr an der Schule arbeiten. "Presse", "OÖ Nachrichten" und "Österreich" wissen noch mehr aus dem 26-seitigen Geheimpapier: Es sind 2.400 Euro Gehalt für alle Schultypen, bei den AHS- und BMHS-LehrerInnen mit Universitätsausbildung allerdings keine 20, sondern nur 10 Prozent mehr; die Gegenleistung sind 5,5 Stunden mehr Unterricht pro Woche, bei den AHS- und BMHS-LehrerInnen mit Universitätsausbildung allerdings keine 20, sondern nur 10 Prozent; die Gegenleistung sind 5,5 Stunden mehr Unterricht pro Woche - derzeit sind es je nach Schultyp 20 bis 23. Da BMUKK und die VerhandlerInnen auf Gewerkschaftsseite sich ans Stillschweigen halten, bleiben Falschaussagen unwidersprochen. LehrerInnen, die vom Sparkurs der Gehrer-Jahre gelernt haben, dass "Reform" vor allem unbezahlte Mehrarbeit, Personaleinsparung und Einkommensverluste bedeutet, haben jeden Grund zur Sorge:

Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Schule haben zugenommen. LehrerInnen wollen ein Dienstrecht, das endlich alle, auch die über den Stundenplanunterricht hinausgehenden LehrerInnen-Tätigkeiten mit und für die Kinder und Jugendlichen als vollwertige Arbeitszeit anerkennt und leistungsgerecht bezahlt.

Fekters 20%-Schwindel

Was bisher an die Öffentlichkeit gelangt ist, tut so, als würden LehrerInnen künftig 20 % mehr verdienen und dafür sollen sie ein paar Stunden mehr arbeiten. Tatsächlich geht es bei der Erhöhung nur um die Einstiegsgehälter, die sich die JunglehrerInnen durch deutlich geringere Einkommen in der zweiten Hälfte ihrer Berufstätigkeit selber bezahlen. Die von Fekter angekündigte Arbeitszeiterhöhung bedeutet 15-25% mehr Unterricht bei gleicher Lebensverdienstsumme mit Gehältern, die zugunsten der Dienstjüngeren erst angehoben und dann stark abgeflacht werden. Darüber besteht unbestrittenes Einvernehmen zwischen Gewerkschaft und Dienstgeber. Die Finanzministerin will diese kostenneutrale Umschichtung anscheinend zum Vorwand für eine kräftige Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich = nachhaltige Personaleinsparungen nützen. Dagegen mit solidarischer Unterstützung aller öffentlich Bediensteten und des ÖGB erfolgreich zu mobilisieren, wird schwierig, wenn die VerhandlerInnen nicht Fakten und Zahlen auf den Tisch legen.

Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Veröffentlichung des "Geheimpapiers"

Das von BMUKK/Regierung und GÖD-Verhandlern vereinbarte und bereits gebrochene Stillschweigen ist Ausdruck der politischen Krise und des parteipolitisch belasteten Klimas zwischen fcg-GÖD, Teilen der ÖVP und der SPÖ-Unterrichtsministerin. Sachorientierung schaut anders aus. Die Geheimhaltung des Verhandlungsangebotes ist aber auch für die Gewerkschaft problematisch: Wenn den KollegInnen das tatsächliche Angebot der Regierungsseite vorenthalten wird, bleiben ihnen medial verbreitete Mutmaßungen und gezielt gestreute Halbwahrheiten. Beides ist keine ausreichende Basis für gewerkschaftliches Mobilsieren zur Unterstützung des bis dato nicht bekannten Verhandlungsteams.

Dass nach geheimen Verhandlungen über geheime Gesetzesentwürfe jedes Ergebnis als Erfolg bzw. als das hart erkämpfte Verhindern von viel, viel Schlimmerem bezeichnet werden kann, wird für die so geheimnisvoll vertretenen KollegInnen kein Trost sein - Es sei denn, das Ergebnis wird den Gewerkschaftsmitgliedern zur Urabstimmung vorgelegt. Die Unabhängigen GewerkschafterInnen werden einmal mehr in der GÖD, im ÖGB und in aller Öffentlichkeit dafür eintreten.

Reinhart Sellner, Lehrer
Beate Neunteufel-Zechner, Bibliothekarin
Vorsitzende der UGöd

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