ÖGfE-Schmidt: SchülerInnen wissen mit polarisierenden EU-Schlagzeilen umzugehen

Wien (OTS) - 56 Prozent: EU bringt nicht "nur" der Wirtschaft Vorteile - 66 Prozent: "Kleine" EU-Länder haben etwas zu sagen -Jugend sieht Zukunftschancen in der EU - Mehr europäische Bildung gewünscht - SchülerInnen-Umfrage

Bereits zum dritten Mal hat die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) eine österreichweite Umfrage unter SchülerInnen durchgeführt.

"Unsere Umfrageergebnisse zeigen, dass vereinfachte Negativparolen zu EU-Themen von Österreichs SchülerInnen nicht unreflektiert aufgenommen werden", analysiert Paul Schmidt, Leiter der ÖGfE, die aktuelle Umfrage, die in AHS und weiteren Schultypen durchgeführt wurde. So möchten 56 beziehungsweise 66 Prozent den folgenden Aussagen weniger oder gar nicht zustimmen: "Die EU bringt nur der Wirtschaft etwas, dem einzelnen Bürger aber nichts" bzw. "Österreich hat als "kleines" Land in der EU nichts zu sagen". Nur 6 bis 8 Prozent sind damit voll inhaltlich einverstanden.

Zuversicht trotz Krise

Trotz der gegenwärtigen Krise ist die Jugend optimistisch. 71 Prozent der SchülerInnen glauben an ihre Zukunftschancen in der EU, während sich 20 Prozent diesbezüglich skeptisch zeigen. Mehr als zwei Drittel (67%) sind der Ansicht, unsere Wirtschaft profitiere von der EU-Mitgliedschaft, ein Viertel stimmt dem uneingeschränkt zu. "Dieses klare Signal bestätigt sich auch in der Einschätzung des Euros als stabile Währung, der sich knapp 60 Prozent eher oder voll anschließen", erklärt Schmidt. 23 Prozent stimmen dem weniger, 9 Prozent gar nicht zu.

Europa macht neugierig

32 Prozent der Befragten geben an, sich auch außerhalb der Schule weiter mit europäischen Themen beschäftigen zu wollen. Immerhin rund 28 Prozent fühlen sich dazu angeregt, eine Debatte im Familien- und Freundeskreis zu führen. "Das ist ermutigend und zeigt, dass die EU als Lebensrealität wahrgenommen wird", kommentiert Schmidt.

Mehr europäische Bildung

"SchülerInnen wollen Informationen zu Europa vor allem in der Schule erhalten". So möchten 32 Prozent im Unterricht mehr über die EU erfahren. "Außerdem sind 42 Prozent an weiteren Diskussionsveranstaltungen mit ExpertInnen zum Thema interessiert. Gefragt ist also ein Mehr an Debatte und Meinungsaustausch -insbesondere zu Themen, die die Jugend konkret betreffen und ihren Lebensalltag direkt beeinflussen", betont Schmidt.

Fast 47 Prozent finden, dass ihnen zu wenig Informationen zum Bereich Ausbildung und Studium in Europa angeboten werden. Mehr Auskünfte wünschen sich viele SchülerInnen auch zu den Vor- und Nachteilen der EU für Österreich (43%). Beide Themen halten sich seit drei Jahren an der Spitze. Gewachsen ist im Vergleich zu den Umfragen 2009 und 2010 das Interesse an Energie- und Umweltpolitik (33%). Ebenfalls mehr Informationen wünschen sich die Jugendlichen zu Migrationsfragen (33%) und zu EU-Themen, die die eigene Region betreffen (30%). Weniger als 5 Prozent geben an, generell kein Interesse an EU-Themen zu haben.

Hintergrund

Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU -eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft" 2011 österreichweit durchgeführt. 1098 SchülerInnen aus allen Schultypen wurden schriftlich befragt (90 % Oberstufe, leichter Überhang an Teilnehmerinnen (55%), knapp drei Viertel besuchten eine AHS). Die Ausstellung ist ein Projekt der ÖGfE, des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. 2011 war sie in über 40 Schulen zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung erhalten die SchülerInnen auch Gelegenheit mit ExpertInnen über aktuelle europapolitische Themen zu diskutieren -2011 nahmen über 5000 an Diskussionsveranstaltungen teil. (Nähere Infos, siehe: www.die-eu-und-du.at)

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Mag. Paul Schmidt
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