Industrie: Viele Fachkräfte sind an Österreich vorbeigezogen

IV-GS Neumayer: Arbeitsmarktöffnung erfolgte zu spät - Fachkräftemangel der Industrie keineswegs gelindert - Abschottung gegenüber Rumänien und Bulgarien beenden

Wien (OTS/PdI) - "Auch ein Jahr nach der Öffnung des
Arbeitsmarktes spüren die heimischen Industrieunternehmen einen deutlichen Mangel an Fachkräften. Die zu späte Öffnung gegenüber den Staaten Osteuropas hat uns einen Wettbewerbsnachteil beschert, mit dem wir heute noch kämpfen", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heutigen Präsentation der offiziellen Statistiken. "Die Freude darüber, dass es kaum einen messbaren Effekt der Ostöffnung auf Österreichs Arbeitsmarkt gibt, kann ich nicht nachvollziehen", so Neumayer. Mit 26.000 Personen (rund die Hälfte davon aus Ungarn) sei der Beschäftigungszuwachs aufgrund der Arbeitsmarktöffnung wie erwartet gering ausgefallen: "Viele Fachkräfte aus Osteuropa sind bereits vor Jahren in andere EU-Staaten gewandert und damit am österreichischen Arbeitsmarkt vorbeigezogen".

Auch mit der Rot-Weiß-Rot-Card für Nicht-EU-Bürger seien seit Juli 2011 bislang zu wenige Fachkräfte ins Land geholt worden: "Österreich sollte eine viel offensivere Anwerbepolitik verfolgen, um dafür zu sorgen, dass die richtigen Personen nach Österreich kommen, die wir für unsere Unternehmen brauchen", forderte Neumayer. Dafür sei insbesondere eine rasche Fixierung der sogenannten "Mangelberufsliste" erforderlich, die eigentlich schon seit 1. Mai 2012 vorliegen sollte. Auch die weiterhin bestehende Abschottung des österreichischen Arbeitsmarktes für Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien sei kontraproduktiv und sollte so rasch wie möglich auslaufen, so Neumayer.

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