ORF III mit der Unterrichtsministerin in "erLesen", Schnitzlers 150. Geburtstag und Kunstprojekten von Hubert Lepkas "Lawine Torrèn"

Ab 8. Mai im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information lädt am Dienstag, dem 8. Mai 2012, Ministerin Claudia Schmied, Schriftsteller Michael Stavaric sowie Medizinjournalist Kurt Langbein zu Rotwein oder Rivella und erfährt, welche Bücher Österreichs Kulturpolitiker derzeit lesen. Im Anschluss hinterfragt Regisseur Herbert Eisenschenk anlässlich des bevorstehenden 150. Geburtstages von Arthur Schnitzler den Zusammenhang zwischen dem bedeutenden Dramatiker und Sigmund Freud. Der "Kulturmontag" nimmt Matthias Hartmanns Inszenierung des "Trojanischen Pferdes" unter die Lupe, bevor ORF III Kultur und Information sämtliche Großraumperformances von Hubert Lepkas Künstlergruppe "Lawine Torrèn" in den Mittelpunkt seines Programms stellt.

"erLesen" (20.15 Uhr)

Wenn eine Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur verrät, wann sie zuletzt sentimental war, ein Medizinjournalist von seiner Diagnose Prostatakrebs erzählt und ein Schriftsteller seinen ganz persönlichen Bezug zu Ratten offenbart, dann ist ORF III Kultur und Information in Heinz Sichrovskys Bücherwelt angekommen. Inmitten von gestapelten Büchern schwelgt Claudia Schmied in Erinnerungen und plaudert über ihr liebstes Kinderbuch: eine berührende Pixie-Geschichte über eine alte Lokomotive, die in Pension geschickt werden sollte. Bei "erLesen" verrät die Ministerin, in welchen Situationen ihre Sentimentalität zum Vorschein kommt und wie sie mit wüsten Beschimpfungen umgeht.
Neben der Fachministerin geben im Lauf der Sendung auch die Kultursprecher der Parlamentsparteien preis, welche Autoren sie besonders schätzen: Sonja Ablinger (SPÖ), Stefan Petzner (BZÖ), Silvia Fuhrmann (ÖVP), Wolfgang Zinggl (Grüne) und Heidemarie Unterreiner (FPÖ) verraten ihre Lesegewohnheiten.
Medizinjournalist Kurt Langbein spricht über seinen Kampf gegen den Prostatakrebs, warum das Schreiben Teil seines therapeutischen Prozesses gewesen sei und wie er gelernt hat, sich mit seiner neuen Rolle als Patient anzufreunden. Schriftsteller Michael Stavaric freundet sich hingegen mit seinem chinesischen Sternzeichen an und mit der Tatsache, dass Kunst zwar einen besonderen Stellenwert haben müsse, es dennoch eine gewisse Eigenverantwortung mit sich bringe. Sollte er eines Tages nicht mehr vom Schreiben leben können, werde er sich eben einen anderen Job suchen.

art.genossen "Begierde und Sehnsucht: Arthur Schnitzler" (21.20 Uhr)

Er brach die Tabus seiner Zeit und scheute nicht davor zurück, Sexualität und Tod zur Sprache zu bringen: Arthur Schnitzler war einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne und wusste wie kein anderer diese besondere Umbruchszeit der Jahrhundertwende zu beschreiben. Anlässlich seines 150. Geburtstages am 15. Mai dieses Jahres reist Regisseur Herbert Eisenschenk in die Innenwelt des Dramatikers und hinterfragt die Tiefgründigkeit seiner Erzählungen.

Als Kulisse dieser ungewöhnlichen Dokumentation wählt der Filmemacher die Stunden der Abenddämmerung, den Wiener Prater und Parkbänke. Denn Leutnant Gustl, Fräulein Else, Fridolin aus der Traumnovelle und noch einige mehr landen auf ihren nächtlichen Irrwegen in Schnitzlers Werken irgendwann auf einer Parkbank. Kann dies als Metapher für die Freudsche Couch verstanden werden? Der nächtliche Prater als Symbol für das dunkle Verführende? Und was hat es mit den traumwandlerischen, ziellosen Wegen der Protagonisten durch das nächtliche Wien auf sich?

Die Wiener Schauspielerin Sandra Cervik, der Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn sowie der Musiker und Enkelsohn Michael Schnitzler verknüpfen in diesem Film auf beeindruckende Weise Schnitzlers Werk mit Fakten und Informationen zu dessen Person. Ihr eigener Weg durch das heutige Wien wird zur bilderstarken Traumreise.

"Kulturmontag" (21.55 Uhr)

Der "Kulturmontag" analysiert u. a. die von Matthias Hartmann inszenierte opulente Beschwörung der Antike. "Das Trojanische Pferd" im Burgtheater-Kasino am Schwarzenbergplatz lässt Stimmen von 660 vor Christus auf Stimmen der Gegenwart prallen. Sie behaupten, kollektiv und dennoch kontrovers, dass die Menschen in einer nicht enden wollenden Verkettung von Zerstörung und Selbstzerstörung verstrickt sind. Ist die Krone der Schöpfung doch nur ein zerstörender Spielball der Götter?

ORF III Kultur und Information zeigt die "Die lange Nacht der Lawine Torrèn"

Im Spätabend präsentiert ORF III Kultur und Information "Die lange Nacht der Lawine Torrèn" und zeigt sämtliche Großraumperformances von Hubert Lepkas Künstlernetzwerk "Lawine Torrèn" bestehend aus Tänzern, Schauspielern, Multimedia-Artists und Technikern.

ORF-III-Kunstraum "Baby Jet" (23.00 Uhr)
Während der Linzer Klangwolke im Jahr 2010 wurde die Fiktion von der Realität überholt. 90.000 Zuschauer erlebten einen echten Railjet am Treppelweg der Donaulände, Kunstraub im Lentos und die Vision eines europäischen Metrosystems: in neun Minuten von Wien nach Linz.

ORF-III-Kunstraum "Jochen-Rindt-Rennfahreroper" (0.05 Uhr)
Jochen Rindt fuhr im August 1970 am Salzburgring sein letztes Rennen, sechs Tage später starb der 28-jährige bei einem Trainingsunfall in Monza. Die Original-Rennfahrzeuge sowie ein internationales Ensemble von Tänzern, Sängern und Schauspielern rekonstruieren am Salzburgring die letzten Tage des großen Nationalhelden Österreichs in einer dramatischen Oper mit dokumentarischem Anspruch.

ORF-III-Kunstraum "Leviathan" (1.20 Uhr)
"Leviathan" spielt an der Grenze vom Mittelalter zur Aufklärung. Gegenwart und Vergangenheit werden am Originalschauplatz absichtlich mittels Bildkonflikten und Zeitsprüngen vermischt. Ferne Orte und historische Gegebenheiten werden wie eine Intarsie in das Realbild der Donaulandschaft per Videowall eingefügt, jede verräterische Modernität durch präzise Videodramaturgie entfernt.

ORF-III-Kunstraum "Mars: 2068" (2.15 Uhr)
Im Anschluss folgt ein dreidimensionaler Live-Science-Fiction-Comic-Strip am Rettenbachgletscher in Sölden. Eine Mars-Station aus Schnee und Eis diente als Folie für die Geschichte des Untergangs der Marsbasis TROI. Die Gesellschaft am Mars ist für die Erde wie eine permanente Expedition-Mars-Reality-Soap. Ununterbrochene Beobachtung ist zum Selbstzweck beider Kolonien geworden.

ORF-III-Kunstraum "Teilung am Fluss" (3.05 Uhr)
Ein Gedankenexperiment von historischer Tragweite: Österreich schließt im Mai 1955 keinen Staatsvertrag mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs ab, sondern muss die Teilung des Bundesgebiets akzeptieren. Das Land bricht in einen kommunistischen Norden und Osten sowie eine westliche Föderation auseinander, die Donau erstarrt zum "eisernen Fluss".

ORF-III-Kunstraum "Hannibal" (3.55 Uhr)
Gletscherschauspiel und Abenddämmerung im April. Der Rettenbachgletscher in Sölden bereitet sich als Hauptdarsteller auf seinen Auftritt im wahrscheinlich größten Bühnenstück der Welt vor. In unendlicher Ruhe taucht er seine weißen Flanken in eisiges Blau, um wenig später den Afrikanern Hannibals als schneebedecktes Schreckgespenst aus einer Lawine entgegenzuspringen.

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