GPA-djp-Peschek: Wiener Lehrlinge krank vor Angst?

Rekordtief bei Krankenstandstagen auch aus Angst vor Jobverlust

Wien (OTS/ÖGB) - "Die aktuellen Zahlen der Krankenstandstage sind erschreckend! Waren die Wiener Lehrlinge im Jahr 2007 durchschnittlich nur fünf Tage pro Jahr wegen Krankheit nicht in der Arbeit, so waren es im Vorjahr 2011 sowie im ersten Quartal 2012 überhaupt nur mehr vier Tage. Die ohnehin schon niedrigen Krankenstandstage sind somit auf einem Rekordtief", kommentiert Christoph Peschek, Wiener Jugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). Im Vergleich dazu sind ArbeitnehmerInnen durchschnittlich 12,5 Tage pro Jahr im Krankenstand.

Gründe für diese besonders wenigen Krankenstandstage sind laut der Handelslehrlingsumfrage der GPA-djp Wien, dass 38,9 Prozent der Lehrlinge Probleme mit dem Chef haben, wenn sie in den Krankenstand gehen müssen, und 42,2 Prozent befürchten sogar, dann ihre Lehrstelle zu verlieren. "Wir wissen leider darüber hinaus auch von Lehrlingen, dass einige Betriebe die Entscheidung der Übernahme in ein Dienstverhältnis nach der Lehrzeit auf Basis der Krankenstandstage der Betroffenen treffen. Offiziell werden dann irgendwelche Pseudo-Gründe vorgeschoben", so der Junggewerkschafter.

"Arbeit darf nicht krank machen! Die Firmenbosse sind vielmehr aufgefordert, den Druck auf die Lehrlinge zu verringern, auf die Gesundheit Rücksicht zu nehmen und mehr in Präventionsmaßnahmen zu investieren. Die Forderung der ÖVP-Wirtschaft nach Streichung des Krankenstandsgeldes beim ersten Tag würde wohl nochmals eine Verschärfung der Situation bedeuten und ist somit ein Gesundheitsrisiko. Denn dies hätte vermutlich langfristige gesundheitliche Folgen", so Peschek abschließend.

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