ÖH: 8.Mai wichtiges Zeichen gegen Wehrmachts- und SS-Gedenken am Heldenplatz

fragwürdiges Ausmaß des Polizeischutzes für Kranzniederlegung

Wien (OTS) - Am 8. Mai findet jährlich eine Kranzniederlegung deutschnationaler Burschenschaften statt, bei der die "Helden" der Wehrmacht geehrt und die Niederlage des NS-Regimes bedauert werden. "Es ist unfassbar, dass ein derartiger Umgang mit geschichtlichen Ereignissen noch immer in dieser Form stattfinden kann und es jährlich den Versuch gibt, die TäterInnen in den Mittelpunkt des Gedenkens zu rücken", so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. Exemplarisch hierfür ist das Ausmaß des morgigen Polizeischutzes, der in erster Linie den Burschenschaftern Platz einräumt - es ist eine Ausweitung der "Schutzzone" geplant, sodass beispielsweise der Zugang zum Weiheraum verunmöglicht wird. "Hier wird dem Gedenken der Burschenschaftern Vorzug gegeben - das ist eindeutig kein neutrales Vorgehen."

"Umso wichtiger, dagegen vorzugehen und zu zeigen, dass es auch anders geht: wir gedenken der Menschen, die von den NationalsozialistInnen verfolgt und ermordet wurden. Wir gedenken der Menschen, die den Kampf gegen das NS-Regime mit ihrem Leben bezahlt haben - WiderstandskämpferInnen, Wehrdienstverweigerern und ihren UnterstützerInnen, PartisanInnen und Deserteure und rufen dazu auf, ab 17.00 Uhr am Heldenplatz dabei zu sein", so Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär

Abseits des 8.Mai ist es zudem wichtig, sich aktiv für eine reflektierte und aktive Erinnerungspolitik einzusetzen - das gilt vor allem auch für die Hochschulen. An Universitäten ist es immer noch üblich, dass sich deutschnationale Burschenschafter versammeln und öffentlich selbst feiern", so Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH. "Gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte arbeiten wir daher gerade an einer umfangreichen Publikation, um auch die Rolle der Universitäten im Nationalsozialismus endlich aufzuarbeiten."

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