ORF-"Kulturmontag" am 7. Mai: Zirkus-Nostalgie, das Trojanische Pferd an der Burg und Puppenspieler Habjan im Porträt

Weiters: Neue Doku und "art.film" zum 150. Geburtstag von Arthur Schnitzler

Wien (OTS) - Martin Traxl führt am Montag, dem 7. Mai 2012, ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal unter anderem mit der Ausstellung "Parallelwelt Zirkus" in der Wiener Kunsthalle, mit dem Stück "Das Trojanische Pferd" im Kasino am Schwarzenbergplatz und mit dem Leben und Wirken von Theater-Shootingstar Nikolaus Habjan beschäftigt. Zum 150. Geburtstag von Arthur Schnitzler setzt sich der "Kulturmontag" mit literarischen Träumen auseinander und präsentiert im Rahmen der "art.genossen" eine neue, ungewöhnliche Dokumentation von Herbert Eisenschenk mit dem Titel "Begierde und Sehnsucht - Arthur Schnitzler" (am 19. Mai um 22.00 Uhr auch in 3sat). Der anschließende "art.film" am 7. Mai um 0.00 Uhr in ORF 2 ist Götz Spielmanns Schnitzler-Verfilmung "Spiel im Morgengrauen" mit Fritz Karl, Birgit Minichmayr und Karlheinz Hackl.

Zirkus-Nostalgie: Hahaha said the Clown - Zur Ausstellung "Parallelwelt Zirkus" in der Wiener Kunsthalle

Mehr als 40 internationale und nationale Künstler beschäftigen sich in der Wiener Kunsthalle mit der "Parallelwelt Zirkus" - der Zirkus als Symbol für eine exotische Gegenwelt, für eine Welt des Traums, als Gegenentwurf zu gesellschaftlichen Konventionen. Sir Peter Blake ist einer der Stars der Ausstellung. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts beschäftigt sich der 80-jährige Doyen der Pop-Art intensiv mit dem Zirkus. Bekannt wurde er als einer der Gestalter des legendären Covers zum Beatles-Album "Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band". In der Kunsthalle zeigt er neben Malerei auch seine einzigartige Kuriositätensammlung aus der Welt des Zirkus. Der österreichische Bildhauer Erwin Wurm motiviert in der Schau Besucher zu Balanceakten und lässt sie so zu einer seiner "One Minute Sculptures" werden. Ein Hauptmotiv der Ausstellung ist der Clown. Der New Yorker Künstler Julien Bismuth schlüpft in seiner Performance in die Rolle des berühmten Clowns Emmet Kelly und nutzt das Museumsquartier als Manege. Die schlichte Faszination alleine ist es aber nicht, die Künstler zum Zirkus hinzieht. "Parallelwelt Zirkus" ist eine diskursive Ausstellung. Die deutsche Filmemacherin Ulrike Ottinger etwa plädiert in ihrem Film "Freak Orlando" für eine Gesellschaft, die wie der Zirkus, das "Anderssein" akzeptiert. Und Charlie Chaplin hat schon 1928 im Film "The Circus" den Sehnsuchtsort Zirkus als kapitalistisches Unternehmen entlarvt.

Monumental-Werk: Das trojanische Pferd. Burgtheaterchef Matthias Hartmann taucht in den Hades ab

Burgherr Matthias Hartmann klopft den ältesten verschriftlichten Mythos Europas - jenen vom trojanischen Pferd - auf seine Aktualität ab. Full House - oder vielmehr: "full Hades" - wird da im Kasino am Schwarzenbergplatz herrschen. Sie alle werden herbeizitiert, um sich zu erinnern: der schöne Zankapfel Helena, der listenreiche Odysseus, die träumerische Pallas Athene und viele mehr. Hartmann bedient sich lustvoll 20 verschiedener Quellen - von Homers "Ilias" bis zu Christa Wolfs "Kassandra": eine "Battle" Antike vs. Moderne mit Staraufgebot. Das letzte Mal, als Hartmann einen monumentalen Stoff im Kasino am Schwarzenbergplatz sezierte und neu zusammensampelte, war dies Tolstois "Krieg und Frieden" und wurde über eine lange Spielzeit als "öffentliche Probe" deklariert. Diesmal soll es gleich eine richtige Premiere geben. Der "Kulturmontag" berichtet.

Puppen-Spieler: Nikolaus Habjan. Der Theater-Shootingstar im Porträt

Die Mimen des jungen Grazer Theatermachers Nikolaus Habjan sind nicht aus Fleisch und Theaterblut, sondern aus Nylonstrümpfen und Latex -doch alles andere als Lachnummern. Derzeit setzt der Puppenspieler und Kodirektor des Wiener Schuberttheaters das Drama um Fritz Zawrel in Szene. Als Kind wurde dieser von den Nazis als "erbbiologisch und sozial minderwertig" eingestuft und in der sogenannten Euthanasieklinik "Am Spiegelgrund" von Heinrich Gross fast zu Tode gequält. Später wurde Zawrel ein zweites Mal zu dessen Opfer: Gross stieg in der Zweiten Republik zum mehrfach ausgezeichneten Arzt auf und wollte Zawrel per Gerichtsgutachten auf ewig wegsperren lassen. Das Abgründige und Brüchige ist es, das Puppenspieler Habjan fasziniert. So setzte er sich mit Michael Jackson auseinander, dem er ein klinisches Peter-Pan-Syndrom attestierte, und im Burgtheater hauchte er William Shakespeare für den Sonettabend "Fool of Love" höchst zwiespältige Gefühle ein. Ein Porträt am "Kulturmontag".

ORF und 3sat zum 150. Geburtstag von Arthur Schnitzler

Er war ein großer Erzähler und Dramatiker sowie einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne - Arthur Schnitzler. Anlässlich der 150. Wiederkehr seines Geburtstags am 15. Mai 2012 setzt der ORF in Fernsehen und Radio sowie in 3sat einen Programmschwerpunkt zum Leben und Schaffen des Künstlers, der es wie kein anderer verstand, die besondere Umbruchszeit der Jahrhundertwende zu beschreiben.

Schnitzler in ORF 2, ORF III Kultur und Information, 3sat und Ö1

Nach dem "Kulturmontag" mit "Begierde und Sehnsucht - Arthur Schnitzler" und dem "art.film: Spiel im Morgengrauen" steht am Freitag, dem 18. Mai, um 20.15 Uhr in ORF III Kultur und Information mit Pierre Boutrons Version von "Fräulein Else"- mit Julie Delarme und Wolfgang Hübsch in den Hauptrollen - eine weitere Schnitzler-Verfilmung auf dem Programm. "Christine" - ein mit Romy Schneider und Alain Delon hochkarätig besetzter Filmklassiker aus dem Jahre 1958 und eine Adaption von Schnitzlers Tragikomödie "Liebelei" - zeigt ORF 2 am Samstag, dem 19. Mai, um 11.20 Uhr. Drei weitere Schnitzler-Verfilmungen präsentiert 3sat: Bereits am Mittwoch, dem 16. Mai, steht um 22.25 Uhr Peter Patzaks 1989 entstandene Interpretation von "Frau Berta Garlan" mit Birgit Doll in der Titelrolle auf dem Spielplan. Am Samstag, dem 19. Mai, um 20.15 Uhr gibt es Max Ophüls' "Der Reigen" aus dem Jahr 1950 mit u. a. Anton Walbrook und Simone Signoret, und am Sonntag, dem 20. Mai, steht um 16.40 Uhr "Das weite Land" von Peter Beauvais aus dem Jahr 1969 mit O. W. Fischer und Ruth Leuwerik auf dem Programm.

Auch Ö1 gedenkt des bedeutenden österreichischen Dichters und setzt bereits ab 5. Mai einen Programmschwerpunkt: So gibt es in der Ö1-"Hörspiel-Galerie" an zwei Samstagen, dem 5. und 12. Mai, jeweils um 14.00 Uhr "Das weite Land" zu hören - eine Produktion aus dem Jahr 1986, in der u. a. Helmuth Lohner, Christine Ostermayer und Susi Nicoletti unter der Regie von Klaus Gmeiner mitwirkten. "Agonie. Arthur Schnitzler und Clara Katharina Pollaczek" lautet der Titel der "Tonspuren" über eine fast neun Jahre lang dauernde Beziehung, die nicht enden wollte: zu hören am 7. Mai um 21.00 Uhr in Ö1. Im Rahmen der Reihe "Gedanken für den Tag" (14. bis 18. Mai, um 6.56 Uhr in Ö1) setzt sich die Literaturwissenschafterin und Schnitzler-Expertin Konstanze Fliedl unter dem Titel "Dichte Diagnosen" mit dem Erzähler und Dramatiker auseinander. Am Dienstag, dem 15. Mai, präsentieren die Ö1-"Radiogeschichten" um 11.40 Uhr: "Komödiantinnen: Fritzi" von Arthur Schnitzler, gelesen von Miguel Herz-Kestranek.

Schnitzlers "Reigen" von den Festspielen Reichenau am Nationalfeiertag 2012 im ORF

Im Schnitzler-Jubiläumsjahr steht u. a. auch bei den Festspielen Reichenau der "Reigen" - in einer Inszenierung von Helmut Wiesner -auf dem Spielplan. Der ORF Niederösterreich zeichnet die Theaterproduktion auf, die am 5. Juli Premiere feiert und voraussichtlich am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2012, -gemeinsam mit einer Dokumentation über "25 Jahre Festspiele Reichenau" - in der ORF-"Matinee" zu sehen ist.

Das ORF.at-Netzwerk widmet sich dem Schnitzler-Jubiläum in aktuellen Beiträgen.
Mehr Informationen zu den einzelnen Programmen sind unter presse.ORF.at oder oe1.ORF.at abrufbar.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Service-Wiederholung jeweils am Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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