KV Chemische Industrie: 800 Beschäftigte bei Protestkundgebung in Schwechat

Arbeitgeber sollen an Verhandlungstisch zurückkehren - Ab 11. Mai Warnstreiks in ganz Österreich

Wien (OTS/ÖGB) - Knapp 800 Beschäftigte und BetriebsrätInnen der Chemischen Industrie forderten gestern bei einer Protestkundgebung in Schwechat die Arbeitgeber dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Diese Versammlung ist erst der Anfang. Sollten die Arbeitgeber keinen weiteren Verhandlungstermin anbieten, werden ab 9. Mai in ganz Österreich Betriebsversammlungen abgehalten und ab 11. Mai finden Warnstreiks statt", so die beiden Verhandlungsleiter der Gewerkschaften Alfred Artmäuer, Stellvertretender Bundesvorsitzender der PRO-GE und Roman Krenn, Wirtschaftsbereichssekretär in der GPA-djp. ++++

Nachdem in bisher drei Verhandlungsrunden für die rund 43.000 Beschäftigten der chemischen Industrie weder bei den Lohn- und Gehaltserhöhung noch beim Rahmenrecht nennenswerte Annäherungen erzielt werden konnten, machten gestern Beschäftigte und BetriebsrätInnen bei einer Protestkundgebung bei der Firma Borealis Polyolefine in Schwechat (Niederösterreich) ihrem Ärger gegenüber dem Verhalten der Arbeitgebervertreter lautstark Luft. "Es ist schlicht ungerecht, dass die Unternehmen im vergangen Jahr die besten Ergebnisse seit langem eingefahren haben, die Managementgehälter stark angehoben werden und den Beschäftigten keine nachhaltige Erhöhung geboten wird, die den Erfolgen der Branche entspricht", sind sich Artmäuer und Krenn einig.

"Von den enormen Erfolgen müssen auch diejenigen profitieren, die sie erwirtschaftet haben. Wir werden die Beschäftigten bei allen Aktivitäten unterstützen, bis wir ein ordentliches Verhandlungsergebnis erzielen. Wir sind bereit, alle dafür nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Und das beginnt mit einem deutlichen Signal am 9. Mai", betonen Manfred Anderle, Bundessekretär der PRO-GE und Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-djp.

Am 27. April wurde die dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen. Bisher gibt es keinen weiteren Verhandlungstermin. Die Lohn- und Gehaltsforderung der Gewerkschaften von 5,8 Prozent bleibt weiter aufrecht. Das Angebot der Arbeitgeber liegt weit unter den Erwartungen der Beschäftigten. "Nun liegt es an den Arbeitgebern, rasch die Verhandlungen wieder aufzunehmen und ein faires Angebot zu legen. Die Streikfreigabe vom ÖGB-Vorstand wurde bereits vorsorglich eingeholt", so Artmäuer und Krenn abschließend.

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