Leistungsschutzrecht: Beitrag für tragfähige Zukunft des Qualitätsjournalismus im Web

VÖZ-Präsident Gasser fordert am "Tag des Qualitätsjournalismus" effektives Urheberrecht sowie Leistungsschutzrecht für Verleger

Wien (OTS) - "Das Selbstverständnis der österreichischen Kaufzeitungen und -magazine ist durch den Anspruch geprägt, Leserinnen und Lesern Produkte mit hervorragender journalistischer Qualität zu liefern", betonte Hans Gasser, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen heute, Freitag, am "Tag des Qualitätsjournalismus".

Diese Veranstaltung, in zeitlicher Nähe zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai, organisierte der VÖZ heuer zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Manstein Verlag. Der Verbandspräsident thematisierte hierbei die großen Herausforderungen für die Geschäfts-und Erlösmodelle der Zeitungen und Magazine durch das Internet:
"Qualitätsjournalismus im Web wird und muss eine tragfähige Zukunft haben, wenn unsere Medienhäuser den Anschluss an die junge Leserschaft nicht verlieren wollen."

Dazu brauche es jedoch entscheidende Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen: "Wenn Internet-Plattformen unseren aufwendig produzierten Content Nutzern aus aller Welt ohne unsere Zustimmung zur Verfügung stellen, gibt es für uns keine Möglichkeit, kostendeckend Inhalte zu produzieren. Wir brauchen ein modernes, effektives Urheberrecht sowie ein Leistungsschutzrecht für Verleger, das die Rechte der geistig Schaffenden auf ihr Eigentum sicherstellt."

Darüber hinaus können sich Österreichs Kaufzeitungen und -magazine nur durch die Qualität ihrer Produkte von anderen Marktteilnehmern abzugrenzen: "Der 'Gratis-Mentalität' sowohl in Print als auch Digital wollen wir mit unseren wirkungsvollsten Argumenten begegnen:
Hochqualitativer Content, der sich aus aufwändig recherchierten Hintergrund-Stories, exklusiven und investigativen Geschichten und bewegenden Reportagen zusammensetzt."

Mehr als 60 Prozent der Österreicher sind überzeugt, dass der Preis einer Kaufzeitung gegenüber einer Gratiszeitung gerechtfertigt ist, ergab eine kürzlich präsentierte Studie des market-Institutes. Für Gasser sei dies ein gutes Ergebnis, das er allerdings steigern wolle: "Den Wert unserer Qualitätsprodukte müssen wir noch deutlicher kommunizieren, so wie ein Tischler seine handgefertigte Ware gegen die Plastik-Stühle eines Möbeldiscounters positioniert: Leserinnen und Leser müssen überzeugt sein, dass Zeitungs- oder Magazin-Abonnements, die monatlich bis zu 40 Euro kosten, jeden einzelnen Cent wert sind. Denn unsere Produkte haben mit dem bedruckten Papier, über das wir auf dem Weg zur U-Bahn stolpern, nur wenig gemein."

Die VÖZ-Mitgliedsunternehmen nehmen auch eine wichtige demokratiepolitische Aufgabe wahr: "Sie informieren umfassend über alle nationalen wie internationalen Geschehnisse." Die Titelvielfalt gerät durch die Kürzung der Presseförderung um 1,35 Mio. Euro in massive Gefahr. 1999 wurde knapp das Doppelte des heutigen Betrages - nämlich 20 Mio. Euro - an Förderung für die Titelvielfalt ausgeschüttet. Dabei hat sich seitdem das Marktumfeld massiv verändert: "Eine Presseförderung, die auf die Herausforderungen der neuen digitalen Welt Bedacht nehmen will, muss auch entsprechend hoch dotiert sein."

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