Internationaler Hebammentag - Bayr: Wir brauchen mehr Lebensretterinnen und Lebensretter

SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung betont die Wichtigkeit von Hebammen im ländlichen Raum

Wien (OTS/SK) - Zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai erinnert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, an die wichtige Arbeit der Geburtshelferinnen und -helfer in Entwicklungsländern. "Vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen, in denen das nächste Krankenhaus nur schwer oder nicht zu erreichen ist, sind professionelle Geburtshelferinnen und -helfer lebenswichtig", betont Bayr. ****

Geburt und Schwangerschaft sind in einigen Regionen der Welt mit einem hohen Risiko verbunden. Jeden Tag sterben etwa 1.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. Acht Millionen Frauen erleiden jedes Jahr laut Angaben der UNO schwerwiegende Geburtsverletzungen, wie zum Beispiel Genitalfisteln. "Genitalfisteln sind in vielen Gesellschaften ein weit verbreitetes und dennoch unbekanntes Phänomen, von dem vor allem junge Frauen betroffen sind. Kommt es nämlich bei einer Geburt zu Verzögerungen und der noch nicht ausgewachsene Körper der Schwangeren kann den Strapazen nicht standhalten, stirbt das Gewebe zwischen Vagina und Blase und/oder zwischen Vagina und Darm ab. In der Folge tritt Urin und/oder Stuhl aus den entstandenen Löchern im Gewebe unkontrolliert aus. Neben den körperlichen Schmerzen leiden viele Frauen infolge der Inkontinenz unter sozialer Exklusion", erläutert Bayr.

Letztes Jahr hat der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, einen Weltstatusbericht über Hebammen herausgegeben. Dieser betont die Wichtigkeit von professionellen Geburtshelfern für die Erreichung der Millenniumentwicklungsziele 4 (Senken der Kindersterblichkeit) und 5 (Reduktion der Müttersterblichkeit) und stellt einen akuten Mangel an Hebammen fest. "Gut ausgebildete Hebammen können Todesfälle vermeiden. Es liegt im wahren Sinne des Wortes oft in deren Hand, ob ein Neugeborenes oder eine gebärende Frau den anstrengenden Prozess der Geburt überlebt", stellt Bayr fest und führt weiter aus: "Es liegt aber nicht in der Hand der Hebammen, ob diese überhaupt die Möglichkeit haben, eine fundierte Ausbildung in der Geburtshilfe zu erhalten. Das ist die Verantwortung der jeweiligen Gesundheitsminister. Sind diese wegen mangelnder finanzieller Ressourcen oder lückenhafter Infrastruktur dazu nicht in der Lage, müssen die reichen Staaten einspringen. Schließlich sind wir, die reichen Staaten der Welt, internationale Verpflichtungen eingegangen. Diese müssen wir auch einhalten."

Abschließend appelliert Bayr an Außenminister und Vizekanzler Spindelegger, die international eingegangen Verpflichtungen Österreichs ernstzunehmen "Für so ein reiches Land wie Österreich ist es eine Schande, dass wir 2011 gerade einmal 0,27 Prozent des BNE für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ausgeben haben. Wir sind Lichtjahre von unserer Zusage, im Jahr 2015 0,7 Prozent des BNE für EZA auszugeben, entfernt. Der Minister soll endlich zeigen, dass er es ernst meint." (Schluss) bj/mp

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