Neues Volksblatt: "Verhandlungsklima" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 2. Mai 2012

Linz (OTS) - Was für den Bauern das Ackern und Säen, ist für den Politiker das Verhandeln. In beiden Fällen muss der Boden so aufbereitet werden, dass die Saat aufgehen kann. Doch während man in der Landwirtschaft schon auf die Ernte wartet, ist die Politik mittendrin. In der Steiermark verhandeln Bund und Länder - einerseits über den Stabilitätspakt und anderseits über die Gesundheitsreform -und in Wien starten morgen die Verhandlungen für ein neues Lehrer-Dienstrecht.
Nun grundsätzlich scheint die Bereitschaft groß für Veränderungen. Bei fast allen Reform-Baustellen wird derzeit das "konstruktive Klima" gelobt. Reform ist in. In der Steiermark hat sich die Regierungskoalition überhaupt in Reformpartnerschaft umbenannt und will nun scheinbar jeden Monat eine neue Reform aus dem Hut zaubern. Dass das Verhandlungsklima schnell brüchig werden kann, zeigt die Reaktion der Lehrergewerkschaft auf den Zuruf aus Salzburg, den Lehrern den Urlaub zu verkürzen. Schon vor Beginn der Verhandlung ist es etwas frostiger geworden.
Ja, man sollte als Politiker aufpassen, nicht Zwietracht zu säen. Denn die Ernte wird dann sehr dürftig sein. Aber nicht nur das: Das Beispiel AUA zeigt, dass Verhandlungen einfach auch scheitern können. Was es dann zu ernten gibt, ist völlig ungewiss.

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