Glawischnig: Jungen Menschen mit Zukunftsjobs eine Perspektive geben

Grüne: Investitionen in Klimaschutz schaffen zehntausende neue Grüne Jobs

Wien (OTS) - Europas Jugendliche sind durch die Wirtschaftskrise besonders betroffen, denn jeder 5. Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ist in Europa ohne Arbeit. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Schnitt mit 21% doppelt so hoch wie die durchschnittliche Gesamtarbeitslosigkeit. Spitzenreiter sind Spanien, wo fast die Hälfte unter 25 keinen Job hat, und Griechenland, wo dies schon mehr als die Hälfte der unter 25 Jährigen betrifft. "Die Sparpakete in Europa treffen die Jugendlichen besonders hart, da es keine Investitionen in die Zukunft, also auch in zukünftige Arbeitsplätze für Jugendliche gibt. Es braucht in Europa daher auch Investitionprogramme", forderte Eva Glawischnig in einer Rede anlässlich des heutigen 'Tags der Arbeit' bei der Veranstaltung der oberösterreichischen Grünen (Titel: 'Zukunftsjobs braucht das Land') in Linz gemeinsam mit dem grünen Umweltlandesrat Rudi Anschober. Glawischnig bekundete auch ihre Solidarität mit jenen Initiativen, die heute europaweit auf die Straße gehen, um für einen bessere Zukunft zu demonstrieren.

Auch wenn die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich im europäischen Vergleich niedrig ist, gibt es keinen Grund sich auszuruhen. Rosig ist die Situation auch für Österreichs Jugend nicht", warnte Glawischnig. "Trotz guter Ausbildung haben junge Menschen oft einen schlechten Start in die Arbeitswelt: schlechte Einstiegsgehälter, atypische Beschäftigungsverhältnisse, Generation Praktikum. Das Sparpaket der Regierung hat hier nicht gegengesteuert. In Bildung und Zukunftsbranchen wird zu wenig investiert. Gerade junge Menschen verlangen Antworten auf die Frage, welche Jobs in Zukunft sicher sein werden und welche Perspektiven sie haben. Darauf gibt es zwei zentrale Grüne Antworten: Grüne Jobs durch Investitionen in die grüne Energiewende und Klimaschutz können v.a. für junge Menschen neue Arbeitsplätze schaffen. Und zweitens wollen wir eine Verbesserung der oft prekären Arbeitsplatzsituation für junge Menschen, konkret ein PraktikantInnenausbildungsgesetz für faire Praktika", sagte Glawischnig.

Die Jobs der Zukunft sind Grüne Jobs. Nur die Umweltwirtschaft sorgt dafür, dass der Klimawandel gebremst wird und zugleich tausende Arbeitsplätze geschaffen werden können. "Ich will daher eine Milliarde für die Grüne Energiewende und den Klimaschutz", forderte Glawischnig. Dieses Geld soll in den Ausbau der erneuerbaren Energieträger und die Energieeffizienz investiert werden sowie in umweltfreundliche Verkehrsmittel Es braucht steuerliche Anreize für die Energiewende, also das ökosoziale Steuermodell, und eine Fokussierung der Wohnbauförderung auf Aktivhaus- und Niedrigstenergietechnologie. Und nicht zuletzt braucht es eine Ausbildungsoffensive. Es müssen zukunftsorientierte Berufsbilder, Lehrgänge und Studienfächer geschaffen werden.

"Es braucht weiters eine Jobinitiative speziell für junge Leute", forderte Glawischnig. Trotz sehr hoher Ausbildung, ist die Bezahlung beim Einstieg in die Arbeitswelt sehr schlecht. Junge Menschen unter 30 stellen rund ein Drittel aller atypisch Beschäftigten (frei Dienstverträge, Werkverträge, Leiharbeit), obwohl ihr Anteil unter allen Unselbständigen nur 14,4 Prozent beträgt. Glawischnig verweist darauf, dass die Privatisierungen vielfach auf dem Rücken junger ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden. Die Stammbelegschaft behielt ihr hohes Einkommen bzw. wurde in Frühpension geschickt, die Jungen haben starke Einbußen bei Einkommen und Sicherheit hinnehmen müssen. Auch der Übergang vom Studium in den Beruf wird immer länger. Praktika auch nach der abgeschlossenen Ausbildung ersetzen zunehmend echte Arbeitsverhältnisse. Trotz Studienabschluss sind 23 Prozent dieser Praktika unbezahlt, weitere 30 Prozent sind schlecht bezahlt, nämlich unter der Geringfügigkeitsgrenze. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer, erläuterte Glawischnig.

Glawischnig forderte daher ein PraktikantInnenausbildungsgesetz für faire Praktika. Dieses Gesetz muss festhalten, dass Praktika nur mehr im Rahmen einer Ausbildung erfolgen dürfen, und es muss eine ordentliche Entschädigung und soziale Absicherung geben.

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