Vatikan prüft Wunderberichte über Johannes Paul II.

Seit Seligsprechung 2011 Dutzende neue Berichte

Vatikanstadt, 01.05.12 (KAP) Der Vatikan prüft gegenwärtig mehrere besonders vielversprechende Berichte über unerklärliche Heilungen, die auf Fürsprache von Johannes Paul II. (1978-2005) erfolgt sein sollen. In "drei oder vier Fällen" seien erste medizinische Untersuchungen eingeleitet worden, sagte der Postulator des Heiligsprechungsverfahrens für den im April 2005 verstorbenen Papst, Slawomir Oder, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Avvenire" (Dienstag).

Insgesamt seien seit der Seligsprechung einige Dutzend Berichte über Gnadenerweise eingegangen, die dem seligen Papst zugeschrieben würden, berichtete er. Diese kämen vor allem aus Europa, etwa aus Polen, Italien und Spanien, aber auch aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, Kolumbien und Brasilien.

Johannes Paul II. wurde vor einem Jahr, am 1. Mai 2011, von seinem Nachfolger Benedikt XVI. auf dem Petersplatz seliggesprochen. Es handelte sich um das kürzeste Seligsprechungsverfahren der neueren Kirchengeschichte.

Für eine Heiligsprechung ist die offizielle Anerkennung eines weiteren auf Fürsprache des Verstorbenen gewirkten Wunders erforderlich. Dieses muss nach der Seligsprechung erfolgt sein. Im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens war die Heilung einer französischen Ordensfrau von der Parkinson-Krankheit im Juni 2005 als Wunder anerkannt worden. Oder hat in dem Heiligsprechungsverfahren als Postulator die Rolle eines Anwalts für den Verstorbenen Papst inne.

Der Geistliche hob in dem Interview jedoch hervor, dass es sich lediglich um medizinische Voruntersuchungen handele. Bislang sei kein bestimmter Fall für das Heiligsprechungsverfahren ausgewählt worden, so der aus Polen stammende Oder. Zunächst müsse die Fertigstellung einer Dokumentation mehrerer Fälle abgewartet werden.

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