ÖGB-Kalliauer zum Tag der Arbeit

"Faire Einkommen und gesunde Arbeit sichern unseren Sozialstaat"

LINZ (OTS/ÖGB) - "Wenn am 1. Mai landauf, landab, das "Lied der Arbeit" gesungen wird, dürfen wir nicht auf jene Menschen vergessen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes krankarbeiten", sagt ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer anlässlich des Tages der Arbeit. "Die oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten hervorragende Arbeit, sie haben sich gute Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung verdient!" Kalliauer fordert qualitätsvolle Arbeitsplätze, damit jene, die Arbeit erbringen, auch gesund bleiben. "Den arbeitenden Menschen muss endlich netto mehr Geld im Börsel bleiben", mahnt der ÖGB-Vorsitzende eine Korrektur der Verteilungsschieflage ein.++++

Mehr Netto vom Brutto

Heimische Unternehmen freuen sich, wie gut die Krise gemeistert wurde und präsentieren Rekordgewinne. Daran müssten auch jene, die mit guter Arbeit diese Erfolge ermöglichen, einen gerechten Anteil bekommen. "Die besten Lohnabschlüsse bringen aber nur wenig, solange Arbeit zu hoch und Vermögen zu niedrig besteuert werden", stellt Kalliauer klar. Es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, die Steuersätze auf Arbeit zu senken und dafür einen gerechten Beitrag von Vermögenden einzufordern. "Aus Vermögenssteuern holt sich der Staat gerade einmal 1,4 Prozent seiner Steuereinnahmen, aber von den ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen gut zwei Drittel, das ist eine extreme Schieflage", berichtet Kalliauer.

Chancen auch mit 50+

Gesunde Arbeitsbedingungen in den heimischen Betrieben seien zentral für das funktionieren unseres Sozialstaates. "Wer Menschen vorwirft, sie gingen zu früh in Pension, muss sich die Frage gefallen lassen, warum ältere Menschen am Arbeitsmarkt nicht gefragt sind", stellt Kalliauer klar. Laut statistischem Handbuch der österreichischen Sozialversicherung sind rund 70 Prozent der Männer und Frauen, die in Invaliditätspension gehen, schon vorher krank oder arbeitslos. Aber auch von jenen ArbeitnehmerInnen, die regulär in Alterspension gehen, sind etwa 20 Prozent schon vorher ohne Job.

Betriebe in die Pflicht nehmen

"Solange ältere, arbeitslose Menschen, womöglich mit gesundheitlichen Problemen, kaum im Arbeitsleben Fuß fassen können, ist jede Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters eine Nulllösung", sagt Kalliauer. Vielmehr seien die Betriebe in die Verantwortung zu nehmen. "Unternehmen, die nur die Jungen und Gesunden wollen, in denen aus Profitgier die Arbeit ständig verdichtet und der Stress erhöht wird, begehen einen Solidaritätsbruch. Sie verursachen der Allgemeinheit hohe Kosten, weil sie Krankenstände und Frühpensionen produzieren."

Gesundheitsförderung statt Arbeitsverdichtung

Arbeitsverdichtung, Stress und Druck seien auch für viele junge Menschen oft nur schwer zu bewältigen, wie die steigende Zahl psychischer Erkrankungen zeige. "Statt eine Kampagne gegen angebliche Krankfeierer zu fahren, sollte die Wirtschaftskammer lieber ihre Mitglieder ermuntern, auf Gesundheitsförderung zu setzen", betont Kalliauer.

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