ÖGB-Foglar zum 1. Mai: Prinzip Solidarität für bessere Arbeitsbedingungen

Gewerkschaften lehnen Angriffe auf und Verschlechterungen für ArbeitnehmerInnen ab

WIEN (OTS/ÖGB) - "Der 1. Mai als Symbol dafür, dass der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen nie zu Ende ist, ist heute so aktuell wie zur Zeit seiner Entstehung", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zum heurigen 1. Mai. "In welcher Welt würden wir denn leben, hätten wir nicht geregelte Arbeit, mit existensichernden Einkommen, mit geregelten Arbeitszeiten und nicht zuletzt mit Mitbestimmung. Die Gewerkschaften haben im Lauf der Jahrzehnte schon vieles erreicht, dennoch bleibt noch viel zu tun."

Kein Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt

Das Aufweichen arbeitsrechtlicher Regelungen scheine wieder ganz oben auf der Agenda von Wirtschaft und Industrie zu stehen. "Wir stellen einen absoluten Wildwuchs fest, was prekäre Beschäftigung, Ich-AGs, Scheinselbstständige und dergleichen betrifft. Für den ÖGB und seine Gewerkschaften gilt aber: Wer in einem abhängigen Arbeitsverhältnis steht - ob formell oder informell, muss vom Arbeitsrecht erfasst werden, es müssen Kollektivverträge gelten und Mitbestimmung garantiert sein. "Es kann nicht sein, dass wir einen Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt haben, in manchen Bereichen sogar drei Klassen, wo noch Unterschiede zwischen ArbeiterInnen und Angestellten hinzukommen." Der ÖGB werde seine Bemühungen um ein modernes Arbeitsrecht weiter vorantreiben, dazu gehöre auch die bessere Absicherung von prekär Beschäftigten.

Arbeitszeiten sind flexibel genug

"Geregelte Arbeit und Arbeitsbedingungen, die sich positiv weiterentwickeln, sind im Interesse der Beschäftigten, der Unternehmen und des Standortes insgesamt", so Foglar. "Pauschale Verdächtigungen, wie wir sie in den vergangenen Wochen zu hören bekamen, die ArbeitnehmerInnen würden krank feiern oder sich Frühpensionen erschwindeln, zeigen einmal mehr, dass die Gewerkschaften in ihrem Einsatz für eine bessere Arbeitswelt keine Sekunde lang nachlassen dürfen und auch nicht werden." Die Diskussion über flexiblere Arbeitszeiten würde das untermauern: "Wir haben schon die längsten Wochenarbeitstzeiten in Europa, sind Spitzenreiter bei den Überstunden, haben es mit einer steigenden Zahl an Erkrankungen wegen psychischer Belastungen zu tun - und dennoch erleiden Wirtschaft und Industrie Panikattacken, wenn wir im Lichte all dessen Arbeitszeitverkürzung verlangen. Sie wittern Klassenkampf und schreien 'Standortschädigung', wenn wir die Überstunden verteuern und damit eindämmen wollen - dabei schädigen lange Arbeitszeiten nachweislich die Menschen, in Folge die Unternehmen durch Krankenstände, und auch das Gesundheits- und Pensionssystem sind durch Krankenstände und im schlimmsten Fall Arbeitsunfähigkeit belastet", so der ÖGB-Chef.

Solidarität als Prinzip weiterhin aktuell

"Dass unser Gegenüber dem Prinzip 'teile und herrsche' folgt, ist nur logisch: Reguläre Beschäftigungsverhältnisse hier, prekäre da, Stammbelegschaften einerseits, ZeitarbeiterInnen andererseits, hier Beschäftigte in der Privatwirtschaft, da öffentlich Bedienstete ", nennt Foglar einige Beispiele. "Logisch und uneingeschränkt aktuell ist aber auch, dass der ÖGB dem das Prinzip der Solidarität entgegensetzt. Schon vor mehr als hundert Jahren haben die ArbeiterInnen erkannt, dass sie nur gemeinsam Verbesserungen ihrer Arbeits- und Lebenssituation erreichen können. Das gilt heute wie damals, den Begehrlichkeiten nach Verschlechterungen wird der ÖGB auch weiterhin mit Geschlossenheit und Solidarität antworten. Bester Beweis dafür sind die mehr als 1,2 Millionen ÖGB-Mitglieder und die Jahr für Jahr von den Gewerkschaften erfolgreich verhandelten Kollektivverträge."

Rückfragen & Kontakt:

Nani Kauer, MA
ÖGB-Kommunikation
(01) 53 444 39261
0664 6145915
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001