1,9 Millionen Euro für zehn neue ORF-Kinofilmprojekte

Von Ursula Strauss und Mavie Hörbiger über Manuel Rubey bis Thomas Stipsits

Wien (OTS) - Während bei den 65. Filmfestspielen in Cannes mit Michael Hanekes "Amour" und Ulrich Seidls "Liebe" gleich zwei - voll und ganz der Liebe gewidmete - ORF-Kinofilme ins Rennen um die Goldene Palme gehen, und bei der diesjährigen Berlinale Julian Pölslers "Die Wand" sowie "Kuma" von Umut Dag, "What Is Love" von Ruth Mader sowie der Eröffnungsfilm "Spanien" von Anja Salamonowitz für internationale Begeisterung sorgten, wurde bereits die finanzielle Unterstützung für zehn weitere ORF-Kinoprojekte beschlossen. Im Rahmen der 150. Sitzung der gemeinsamen Kommission des österreichischen Film/Fernseh-Abkommens wurden vier Spielfilmen, zwei Dokumentarfilmen sowie drei Innovationsprojekten insgesamt 1.943.000 Euro Finanzierung zugesagt. Darunter befindet sich ein neues Projekt des Oscar-nominierten "Revanche"-Regisseurs Götz Spielmann, der in seinem neuen Film "Oktober November" erneut auf Schauspielstar Ursula Strauss setzt. Topbesetzt präsentiert sich ebenfalls Hans Hofers Komödie "Zweisitzrakete" mit Manuel Rubey, Thomas Stipsits und Simon Schwarz. Ebenfalls unter den neuen ORF-Kinoprojekten ist "Amour fou", ein Film von Jessica Hausner, die zuletzt mit "Lourdes" international für Aufsehen sorgte.

30 Jahre, 500 Filme und 135 Millionen Euro

Seit 30 Jahren sichert der ORF als verlässlicher Partner den Filmstandort Österreich. Das Film/Fernseh-Abkommen besteht seit Oktober 1981 als Vertrag zwischen dem ORF und dem Österreichischen Filminstitut zur Unterstützung des österreichischen Kinofilms. Seit 1981 wurden vom ORF rund 135 Millionen Euro in den heimischen Kinofilm investiert. Im Jahr 2011 wurde das Film/Fernseh-Abkommen vertraglich neu geregelt und läuft bis Ende 2013.

Jährlich rund acht Millionen Euro für heimische Kinoproduktionen

Seit 2010 werden vom ORF jährlich rund acht Millionen Euro für das Film/Fernseh-Abkommen zur Verfügung gestellt. Die Höhe der jährlichen Zuwendungen hat sich in den vergangenen Jahren enorm gesteigert. Betrug die Kofinanzierung von österreichischen Kinofilmen durch den ORF in den Jahren 1981 bis 1987 noch rund 20 Millionen Schilling jährlich (1,45 Millionen Euro), so hat sich der jährliche ORF-Finanzierungsbeitrag binnen der vergangenen 30 Jahre mehr als verfünffacht. Gemeinsam mit dem Österreichischen Filminstitut und dem Filmfonds Wien ist der ORF eine zentrale Finanzierungsquelle für den österreichischen Kinofilm.

Der ORF unterstützt 30 bis 40 Kinoprojekte jährlich

Pro Jahr werden rund 120 Anträge an das Film/Fernseh-Abkommen gestellt. Zwischen 30 und 40 Projekte werden in der Regel mitfinanziert. Die Anzahl der Filme, an denen der ORF im Rahmen des Abkommens beteiligt ist, hat sich seit 1981 enorm gesteigert.

Die geförderten Projekte der 150. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut im Detail:

"Oktober November"
Zwei ungleiche Schwestern kommen einander am Totenbett des Vaters näher - eine Familiengeschichte um einen Gasthof in den Bergen. Götz Spielmann, der für sein Meisterwerk "Revanche" 2009 für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" nominiert wurde, inszeniert diesen Film mit Ursula Strauss und Mavie Hörbiger in den Hauptrollen. Eine Produktion der coop 99 zusammen mit Spielmann Film, Wien.

"Amour fou"
Für seinen Selbstmord sucht der Dichter Heinrich von Kleist eine Sterbepartnerin und findet sie in Henriette von Vogel, die glaubt, unheilbar krank zu sein. Eine Parabel auf die Ambivalenz der Liebe vor der Absolutheit des Todes. Ein Film von Jessica Hausner, die mit ihrem letzten Werk "Lourdes" bei den Filmfestspielen in Venedig im Wettbewerb vertreten war und dafür unter anderem mit dem Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet wurde. Eine Produktion der coop99, Wien, in Koproduktion mit Essential Film, Berlin.

"Zweisitzrakete"
Manuel ist in seine beste Freundin Mia verliebt, doch die weiß nichts davon. Als Mia sich in einen italienischen Piloten verliebt, schmiedet Manuel einen Plan - mit Hilfe einer Männer-Selbsthilfegruppe will er eine Rakete aus dem Technischen Museum stehlen, um ihr zu imponieren.
Eine Komödie von Hans Hofer mit Manuel Rubey, Claudia Eisinger, Simon Schwarz und Thomas Stipsits - hergestellt von der DOR Film, Wien.

"We Are Sisyphos"
Der unheilbar chronisch kranke Actionfilm-Fan Kurt will mit Hilfe des amerikanischen Kunststudenten Norman zum Internethelden werden. Gemeinsam mit der Ausreißerin Conny und der Extrem-Bodybuilderin Dina aus Los Angeles versucht er sein Leben in Fiktion umzuwandeln. Ein Film von Peter Brunner mit Christos Haas und Iris Kyle, hergestellt von der Golden Girls Film, Wien, in Koproduktion mit LEV Film Niederlande und 2 Pilots, Deutschland.

"Irgendwann"
Ein neuer Film des preisgekrönten und international bekannten Dokumentarfilmers Nikolaus Geyrhalter: In "Irgendwann" besucht er weltweit mit der Kamera von Menschen verlassene Orte und koppelt sie mit Tönen, die durch Radiowellen im Universum vorhanden sind - als ewige Zeugnisse menschlicher Existenz.

"365 Tage Vollgas"
Der Schlagerstar Marc Pircher produziert eine neue CD und wird bei seiner Tour durch die Festzelte, die Landdiscos und die Schlagersendungen des deutschen Sprachraums begleitet. Ein Blick hinter die Abläufe der Volksmusikbranche. Ein Film von Marco Antonazzi, hergestellt von der Mobile Film, Wien.

"Anna"
Die arbeitslose kubanische Schauspielerin Anna beschließt, für eine Dokumentation über Prostitution in die Rolle einer Prostituierten zu schlüpfen. Sie tut dies so erfolgreich, dass sie immer mehr in den Mittelpunkt der Dokumentation rückt und dadurch totales Chaos in ihr richtiges Leben bringt. Als sich auch noch Regisseur Helmut in sie verliebt, droht das ganze Lügengebilde einzustürzen. Eine sozialkritische Komödie des kubanischen Regiealtmeisters Daniel Diaz Torres mit Laura de la Uz, Michael Ostrowski, Yuliet Cruz, Tomas Cao, Tobias Langhoff, Hanna Linhart. Sk Film produziert mit ICAIC die erste österreichisch-kubanische Koproduktion.

Die Projekte der Innovationsförderung im Detail:

"Jung, weiblich, ägyptisch"
Fünf junge Ägypterinnen aus unterschiedlichen Schichten im Jahr eins nach der Revolution erzählen ihre Geschichte in diesem Dokumentarfilm, der zeigt, wie sie versuchen, die Lage der Frauen in der nach wie vor männerdominierten Gesellschaft ihres Landes zu verbessern. Ein Film von Alexandra Schneider, hergestellt von Daniela Praher Filmproduktion, Wien.

"Chinatown Vienna"
Die chinesische Community in Wien. "Chinatown Vienna" ist ein Dokumentarfilm über Migration und Heimat. Nach Küchenhilfen und Restaurantbetreibern der ersten Generation ist die zweite Generation in vielen Bereichen der Gesellschaft erfolgreich und strömt wieder zurück in das wirtschaftlich erstarkte Mutterland. Ein Film von Judith Benedikt, hergestellt von Plaesion Film, NÖ.

"Der lange Abschied"
Der Dokumentarfilm "Der lange Abschied" erzählt die Geschichte einer Gruppe von Klosterschwestern, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ihr Stammhaus aus wirtschaftlichen Gründen verkauft wird, und die den klösterlichen Ungehorsam erproben. Ein Film von Helmut Manninger, hergestellt von Metafilm, Wien.

Das Projekt "Gletscherblut" (Allegro Film) wurde mit einer Mittelaufstockung bedacht. Die 151. Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut findet am 14. Juni 2012 statt.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003