• 25.04.2012, 11:03:42
  • /
  • OTS0116 OTW0116

Spatenstich Semmering-Basistunnel neu

Gloggnitz (OTS) - Der Semmering-Basistunnel neu (SBTn) ist eines
der wichtigsten Infrastruktur-Großprojekte im Herzen Europas. Der
zweiröhrige Eisenbahntunnel stellt für Österreich eine nachhaltige
Investition in die Eisenbahn-Infrastruktur dar und ist ein
Schlüsselprojekt der neuen Südbahn. Mit dem Semmering-Basistunnel neu
wird auf der Südbahn im Abschnitt Semmering die infrastrukturelle
Grundlage für ein verbessertes Angebot im Personen- und Güterverkehr
geschaffen. Bundesministerin Doris Bures, EU-Vertreterin Desirée Oen
vom Kabinett des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas, die beiden
Landeshauptmänner von Niederösterreich und der Steiermark, Erwin
Pröll und Franz Voves, sowie ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Christian Kern
starteten heute offiziell mit einem feierlichen Spatenstich das
Projekt. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 vorgesehen. Das
Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rd. 3,1 Mrd. EUR gemäß Rahmenplan
2012-2017 endvalorisiert.

Nutzen und Bedeutung für Österreich

Der Semmering-Basistunnel neu ist ein Schlüsselprojekt auf der neuen
Südbahn. Er beseitigt das Nadelöhr über den Semmering zwischen
Gloggnitz und Mürzzuschlag. Die "neue Südbahn" mit dem
Semmering-Basistunnel und der Koralmbahn schafft eine moderne,
leistungsfähige und zukunftssichere Verbindung sowohl im Personen-
als auch im Güterverkehr.
Der Eisenbahntunnel durch das Semmering-Bergmassiv wird die
Bergstrecke zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag
in der Steiermark - das Weltkulturerbe Ghega-Bahn - künftig
entlasten. Im Gegensatz zur Bergstrecke wird der Tunnel dank seiner
geringen Neigung selbst für schwere Güterzüge uneingeschränkt
befahrbar sein. Tonnenschwere Güterwagons müssen nicht mehr wie
bisher von zwei oder drei Lokomotiven über den Berg befördert werden,
sondern nur noch mit einer. Zusätzlich zur enormen Effizienz- und
Kapazitätssteigerung im Güterverkehr wird sich auch die Fahrzeit
zwischen Wien und Graz um ca. 40 Minuten verkürzen. Reisende werden
dann für die Strecke nur noch 1 Std. 50 Min. benötigen, was sowohl
den Reisekomfort als auch die Auslastung auf der Südachse erheblich
steigern wird. Nach dem Endausbau der neuen Südbahn wird die Strecke
Wien-Graz-Klagenfurt in rund 2 Std. 40 Min. zurückgelegt werden
können. Heute benötigt man dafür noch 3 Std. 50 Min.

Gemeinsam mit dem künftigen Hauptbahnhof Wien, der neuen
Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof Graz und der in Bau befindlichen
Koralmbahn schafft der Semmering-Basistunnel neu die Voraussetzung
für eine leistungsfähige, zukunftsfähige und attraktive
Nord-Süd-Verbindung auf der Schiene. Für Österreich erschließen sich
damit neue Märkte und Wirtschaftsräume. In der Bauphase werden 4.000
Arbeitsplätze, in der Betriebsphase ca. 15.000 zusätzliche Jobs
gesichert und 5,5 Mrd Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in den
Betriebsjahren bis 2055 generiert (Quelle: Studie von IHS, IKK und WU
Wien / ZTL - Zentrum für Transportwirtschaft und Logistik;
Autraggeber: ÖBB-Infrastruktur AG).

Bedeutung für Europa

Die Südbahn ist mit ihrem Herzstück, dem Semmering-Basistunnel neu,
innerhalb Europas das zentrale Verbindungsglied auf der
transeuropäischen Route von der Ostsee bis zur Adria. Durch den
Ausbau dieser Baltisch-Adriatischen Achse von Danzig über Warschau
und Wien nach Triest, Venedig und Bologna werden die wachsenden
Industrieräume in Polen und Osteuropa mit dem starken
oberitalienischen Wirtschaftsraum vernetzt. Für die EU-Regionen
entlang der Baltisch-Adriatischen-Achse zeichnt sich lt. Studie durch
Inbetriebnahme der ausgebauten österreichischen Projekte eine
zusätzliche Wertschöpfung von rund 5,8 Mrd. Euro und 31.000
Arbeitsplätzen ab.

Im Einklang mit Natur und Umwelt

Neben der besseren Schienenverbindung sowohl national als auch
international und der Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich
zahlt sich die Investition in den Semmering-Basistunnel auch für
Mensch und Umwelt aus. Der Basistunnel schafft die Möglichkeit, mehr
Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dadurch steigt die
Verkehrssicherheit und gleichzeitig wird das Klima geschützt und die
Umwelt geschont.

Weltkulturerbe Semmeringbahn

Um die Verträglichkeit des Semmering-Basistunnel neu mit dem
bestehenden Weltkulturerbe der Semmeringbahn zu überprüfen, hat das
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) das UNESCO
Welterbezentrum um Überprüfung gebeten. Diese fand bereits im
Frühjahr 2010 durch einen vom internationalen Rat für Denkmalpflege
beauftragten Experten statt. Dabei wurden die Berührungspunkte des
Semmering-Basistunnels neu mit dem Welterbe erläutert. Neben
Maßnahmen zur Erhaltung der Bergstrecke wurden auch wirtschaftliche
und touristische Aspekte beleuchtet sowie Tunnelgegner eingeladen,
die ihre Bedenken und Sorgen einbringen konnten. Die Prüfung hat
ergeben, dass das Tunnelprojekt "die außergewöhnliche universelle
Bedeutung das Welterbes" nicht beeinträchtigt. Um dies auch in der
Projektumsetzung zu gewährleisten, wurde ein internationaler,
interdisziplinärer Beirat eingerichtet.

Das Projekt Semmering-Basistunnel neu

Der 27,3 km lange Semmering-Basistunnel neu verbindet Gloggnitz in
Niederösterreich mit Mürzzuschlag in der Steiermark. Er besteht aus
zwei parallel geführten Tunnelröhren mit rund 10 Metern Durchmesser,
die in einem Abstand von 40 bis 70 Metern zueinander errichtet
werden. Sie sind in Abständen von maximal 500 Metern durch begehbare
Querstollen, sogenannte Querschläge, miteinander verbunden, welche
primär der Selbstrettung dienen. Der Semmering-Basistunnel neu
entspricht somit den aktuellen Anforderungen an die Tunnelsicherheit.
Im Ereignisfall gelangen die Passagiere über die Querschläge in die
sichere Tunnelröhre. Außerdem ist in der Tunnelmitte zwischen den
beiden Röhren eine Nothaltestelle eingerichtet, von der aus die
Passagiere im Ereignisfall über die jeweils sichere Röhre aus dem
Tunnel gebracht werden können.
Der Basistunnel durch das Semmering-Gebiet wird nach seiner
Fertigstellung einer der längsten Eisenbahntunnel Österreichs sein
und auf der Südbahn im Abschnitt Semmering Fahrgeschwindigkeiten bis
230 km/h erlauben.

Projektzeitplan

Erste Baumaßnahmen finden im Portalbereich Gloggnitz statt. Dazu
zählen wasserbauliche Maßnahmen für den Hochwasserschutz im Gebiet
von Gloggnitz, zwei neue Eisenbahnbrücken, eine neue Straßenbrücke,
ein Unterführungsbauwerk für die Reichenauer Landesstraße B27 sowie
die Baufeldfreimachung und die Herstellung einer Baustellenfläche für
die kommenden Tunnelvortriebstätigkeiten in Gloggnitz. Außerdem
werden die ersten Maßnahmen für die Ersatzwasserversorgung der
Gemeinde Spital am Semmering gesetzt.
Der erste Tunnelvortrieb ist 2014 im Fröschnitzgraben geplant. 2015
soll mit den Vortriebsarbeiten in Gloggnitz sowie beim
Zwischenangriff Göstritz begonnen werden. Voraussichtlich 2016 wird
das Tunnelbaulos in Grautschenhof gestartet. Bis 2021 sollen alle
Vortriebsarbeiten abgeschlossen und die beiden Tunnelröhren im Rohbau
durchgängig fertiggestellt sein. Nach Einbau der Tunnelausrüstung
kann der Semmering-Basistunnel neu voraussichtlich Ende 2024 in
Betrieb genommen werden.

Gut durchdachte Baulogistik

Die Errichtung eines Infrastrukturprojekts dieser Größe verlangt eine
umfassende Baulogistik. Die Baustellen müssen einerseits mit
Baustoffen versorgt und andererseits muss das Ausbruchsmaterial des
Semmering-Basistunnels neu abtransportiert werden. Dafür kommen
modernste lärm- und emissionsarme Fahrzeuge zum Einsatz. Während der
Bauphase werden eigene Umfahrungsstraßen errichtet oder hochrangige
Straßenwege als Ortsumfahrungen genutzt. Zusätzlich werden rund um
Baustellenflächen Lärmschutzwände errichtet. Soweit möglich, wird
Ausbruchs- und Baumaterial auf der Schiene befördert. Weiters werden
Deponien in Baustellennähe errichtet. Nach Ende der Ablagerung werden
sie rekultiviert, neu gestaltet und standortgerecht bepflanzt, sodass
neuer Lebensraum entsteht.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit konzernweit rd. 42.500 MitarbeiterInnen (zusätzlich 1.900
Lehrlinge) und Gesamterträgen von rd. 6,1 Mrd. EUR ist der
ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Im Jahr 2010
wurden von den ÖBB 460 Mio. Fahrgäste und 132,9 Mio. Tonnen Güter
transportiert. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die
ÖBB-Holding AG.

Rückfragehinweis:
DI Christopher Seif
Pressesprecher Niederösterreich, Burgenland
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Tel: +43 2742 93000 3527
e-mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel