Was tun, wenn's wirklich brenzlig wird?

VRVis und FREQUENTIS präsentieren Tool zur Krisenprävention der Zukunft

Wien (OTS) - In Krisensituationen - nach Erdbeben, bei Bränden, Naturkatastrophen oder auch bei Pandemien - ist "Information" für alle beteiligten Einsatzkräfte und Behörden entscheidend: Wer sich rasch ein valides Bild der Lage vor Ort (ein Lagebild) verschaffen kann, spart Zeit, trifft richtige Entscheidungen und rettet damit im Ernstfall Leben.

Vor diesem Hintergrund haben die IT- und Kommunikationsexperten Frequentis und VRVis - gemeinsam mit den Partnern KFEG, TU-Wien, SAS, Thales und den Ministerien BKA, BMI und BMLVS - von 2009 bis 2012 das Gemeinsame Öffentlich-Private Lagebild (GÖPL) im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogrammes KIRAS entwickelt. GÖPL ist ein elektronisches Visualisierungstool, das Daten aus unterschiedlichen privaten und öffentlichen Quellen zusammenführt, grafisch verarbeitet und so rasch Klarheit über die Situation ermöglicht.

Pionierarbeit in der Krisenprävention

Erstmals wurde damit ein gemeinsames Lagebild der wichtigsten mit Zivil- und Katastrophenschutz befassten Ministerien (BMI, BMLVS, BKA, BMG, BMVIT) geschaffen und mit Datenquellen von Fachinstituten wie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) oder dem größten Infrastrukturbetreiber des Landes (ÖBB) vernetzt.

"Erst durch die Schaffung eines gemeinsamen Lagebewusstseins ist im Krisenfall (und auch in der Vorbereitung) die effektive Zusammenarbeit aller Partner möglich. GÖPL unterstützt erstmals organisationsübergreifende Entscheidungsprozesse für die Krisenvorsorge durch einen gemeinsamen virtuellen Informationsraum. In komplexen Krisensituationen können so rasch die richtigen Entscheidungen getroffen werden", so DI Dr. Christian Flachberger, verantwortlich für Sicherheitsforschung bei Frequentis.

"In der heutigen Zeit besteht die große Herausforderung nicht mehr darin, Informationen zu sammeln, sondern darin, die wesentlichen Informationen aus unzähligen vorhandenen Daten herauszufiltern und dann bei der Hand zu haben, wenn man sie benötigt. Dies ist eine Kernkompetenz des VRVis, die wir auch hier zum Einsatz bringen konnten", ergänzt DI Georg Stonawski, Geschäftsführer des VRVis. Die Forscher des VRVis zählen seit mehr als zehn Jahren zur internationalen Spitze bei der Erzeugung von Visualisierungslösungen und waren von Beginn an federführend in das Projekt eingebunden.

Insgesamt investierten die Projektpartner Euro 1,1 Millionen in das Projekt GÖPL, wobei die Förderung durch das Forschungsprogramm KIRAS 65 Prozent betrug. Innerhalb von 30 Monaten Entwicklungszeit wurden 23.000 Arbeitsstunden bzw. fast 3.000 Arbeitstage erbracht.

Erdbeben bis Pandemie - zwei Testläufe für den Ernstfall

Die Einsatzfähigkeit des Visualisierungstools wurde im Rahmen von zwei Testläufen erprobt: einer Pandemie und eines Erdbebens. Fünf Ministerien (BKA, BMI, BMLVS, BMG, BMVIT) die ZAMG und die ÖBB nahmen an der Simulation teil. Bei den Planspielen waren die einzelnen Akteure in unterschiedlichen Räumen untergebracht, eine Kommunikation untereinander war online über das gemeinsam verwendete Tool möglich. Zur Durchführung der Simulation wurde ein Informationsraum aufgebaut, der auch später im Ernstfall genützt werden kann. Fragen wie: "Wie viele Ärzte können in den betroffenen Regionen für Sofortimpfaktionen zur Verfügung stehen?" oder "Welche Straßen können von Hilfskräften noch befahren werden?" standen im Zentrum der Testläufe. Im Zeitraum von zwei bis drei Jahren könnte der Prototyp des GÖPL zu einer marktreifen Anwendung weiterentwickelt werden.

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Mag. Martin Jenewein
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