Österreichisches Staatsarchiv: Neuer Generaldirektor übernimmt Leitung

Wolfgang Maderthaner löst Lorenz Mikoletzky ab

Wien (OTS) - Wolfgang Maderthaner übernimmt heute, Montag, offiziell die Leitung des Österreichischen Staatsarchivs. Der vormalige langjährige Generaldirektor, Prof. Lorenz Mikoletzky, war Ende 2011 in den Ruhestand gegangen.

"Das Österreichische Staatsarchiv ist der bedeutendste historische Gedächtnisspeicher unseres Landes und nimmt eine zentrale Rolle in der archivalischen Überlieferung ein. Die einzigartigen Bestände ermöglichen nicht nur Aufschluss über die österreichische Geschichte, sondern geben auch internationalen Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, Erkenntnisse für ihre Arbeit zu gewinnen. Mit Ausstellungen und Publikationen sowie der Präsentation von besonders ausgewählten Archivalien macht das Österreichische Staatsarchiv seine Schätze einer breiten Öffentlichkeit bekannt und gewährt so Einblick in seine Tätigkeit abseits des Forscheralltags", so Maderthaner.

In seinen Abteilungen beherbergt das Staatsarchiv die Archivalien der Zentralbehörden der ehemaligen Habsburgermonarchie (1526-1918) und der obersten Organe des Heiligen Römischen Reichs (bis 1806). Die babenbergisch-habsburgische Urkundensammlung reicht mit ihrem ältesten Stück bis in das Jahr 816 zurück. Zu den wertvollsten Einzelstücken zählen etwa zwei Exemplare der Goldenen Bulle (1356), ein Erstdruck der Luther-Thesen (1517), mehrere Exemplare des Westfälischen Friedens (1648) oder die Schlussakte des Wiener Kongresses (1815). Von den 107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden rund 185.700 Regallaufmeter Archivgut betreut. Als nachgeordnete Dienststelle des Bundeskanzleramtes ist das Österreichische Staatsarchiv überdies das Zentralarchiv für die ablieferungspflichtigen Bundesdienststellen der Republik Österreich (Oberste Organe und Bundesministerien).

Neben der Aufbewahrung zeitgenössischer elektronischer Akten hat es sich das Staatsarchiv zur Aufgabe gemacht, das wertvolle historische Archivmaterial zu digitalisieren. Die mit dem Bundeskanzleramt organisierte "Digitale Langzeitarchivierung" zielt auf elektronische Bewahrung und eine vereinfachte Abrufbarkeit der Archivalien ab:
"Österreich ist in der Entwicklung der elektronisch unterstützten Verwaltung führend in Europa. Das 'Digitale Langzeitarchiv' gewährleistet die Abrufbarkeit von Dokumenten rund um die Uhr und wird einen bedeutenden Einfluss auf die Nutzung der Archive der Zukunft haben", so der neue Generaldirektor.

Der Historiker und Kulturwissenschaftler Doz. Dr. Wolfgang Maderthaner (geb. 1954) studierte Geschichte und Anglistik. Als Kurator und Sachbearbeiter zeichnete er seit 1980 für historische Großausstellungen verantwortlich und leitete mehrere wissenschaftliche Forschungsprojekte, so etwa im Auftrag des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank oder des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Seit 1983 war er Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Vereins für die Geschichte der Arbeiterbewegung.

Zu Maderthaners Forschungsschwerpunkten zählen u. a. Kultur- und Sozialgeschichte, Urban Studies und Urbane Anthropologie, Massen- und Populärkultur, Cultural Studies (historische Kulturwissenschaften), Theorie der Moderne sowie Wissenschafts- und Erkenntnistheorie der Geschichtswissenschaften. Zu diesen Forschungsschwerpunkten legte der neue Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs zahlreiche Publikationen - Monografien, Sammelbände, Editionen und Aufsätze -vor, die in insgesamt acht Sprachen übersetzt worden sind. Maderthaner habilitierte sich 2005 und ist Träger des "Viktor-Adler-Staatspreises für Geschichte sozialer Bewegungen" (1985) sowie des "Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch" (2004 und 2008).

Weitere Informationen zum Österreichischen Staatsarchiv:
www.oesta.gv.at

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