Frauen sind die Schlüsselkräfte der Zukunft

Unternehmerinnenkongress am 19. und 20. April in Salzburg mit WKS-Präsident Schmalz - WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser und FiW-Bundesvorsitzende Fürntrath-Moretti

Wien (OTS/PWK259) - Zweiter Unternehmerinnenkongress von "Frau in der Wirtschaft", diesmal in Salzburg. Ein vielseitiges Programm mit interessanten Podiumsgästen lockte 400 Unternehmerinnen in die Festspielstadt. Bei der heutigen bis auf den letzten Sitzplatz ausgebuchten Auftaktveranstaltung im Salzburg Congress stand das Netzwerken im Mittelpunkt.

Für Kompetenz und Qualität, gegen Quote

Unternehmerinnen sind gut unterwegs, in der Wirtschaft, aber auch in der Interessenvertretung. In Österreich werden mehr als 1/3 der Unternehmen von Frauen geführt. Bei Neugründungen beträgt der Frauenanteil 40%. "Man kann also sagen, die Wirtschaft ist weiblich und darauf sind wir sehr stolz", betonte NAbg. Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, bei der Eröffnung des Unternehmerinnenkongresses. Sie hat die Veranstaltung vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Die Wirtschaft baut auf die Potenziale der Frauen, die über eine ausgezeichnete Ausbildung verfügen und zur treibenden Kraft der Wirtschaft zählen. "Angesichts dessen wäre es nahezu eine Beleidigung, Frauen über eine Quote in eine Position hinein zu reklamieren", erklärt die Bundesvorsitzende und sprach sich damit erneut "gegen Quote und für Kompetenz und Qualität aus": "Wir haben die Quote im staatsnahen Bereich und im öffentlichen Dienst, aber für die Privatwirtschaft ist sie ein absolutes No-Go". Sie appellierte an die Unternehmerinnen, nicht nur Netzwerke zu nützen, sondern sich auch Seilschaften aufzubauen.

Fürntrath-Moretti verwies auf zentrale Erfolge von Frau in der Wirtschaft: die Einführung der Betriebshilfe, die Forcierung von Mikrokrediten oder zahlreiche Maßnahmen, die den Unternehmerinnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern würden, wie das Kinderbetreuungsgeld auch für Unternehmerinnen oder die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten von Unternehmerinnen erforderten aber auch flexiblere Kinderbetreuungseinrichtungen. "Als Unternehmerin hat man keinen Nine-to-five-Job", kritisiert sie die fehlenden Rahmenbedingungen für alle berufstätigen Frauen. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass neben dem konsequenten Ausbau von flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen auch die Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung auf Kinder über zehn Jahren dringend notwendig ist.

Frauen müssen Rahmenbedingungen mitgestalten

Österreich zählt insgesamt 130.000 Unternehmerinnen und liegt damit im Europavergleich auf dem dritten Platz. Noch nie gab es so viele selbstständige Frauen wie zum jetzigen Zeitpunkt. WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser freut diese Entwicklung, sie appellierte aber gleichzeitig an die Unternehmerinnen, sich noch intensiver in öffentlichen Funktionen zu engagieren. "Der immer stärker werdenden Rolle von Frauen im Wirtschaftsleben hinkt die Zahl der Frauen im gesellschafts-, wirtschafts- und interessenspolitischen Leben noch etwas nach", weiß Hochhauser: "Ich ermutige daher jede Frau, sich in diesen Bereichen zu engagieren, um die eigenen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten zu können. Wer kann unsere Interessen besser vertreten als wir selbst." Auch Hochhauser hält nichts von Quotenfrauen. Sie unterstützt stattdessen das Führungskräfteprogramm Zukunft.Frauen und unterstützt Frauen dabei, in ihren Karrieren weiterzukommen. "Mit dem Führungskräfteprogramm bringen wir Top-Frauen in Top-Positionen", unterstrich die Generalsekretärin.

Die WKÖ-Generalsekretärin betonte außerdem, dass Österreich nur im Wettbewerb der besten Köpfe bestehen könne. Wichtige standortsichernde Maßnahmen seien Anstrengungen in den Bereichen Innovation und Qualifikation. "Insbesondere müssen wir versuchen, Frauen stärker für technische Berufe zu begeistern. Denn die Auswirkungen des demografischen Wandels sind schon spürbar und Frauen werden die Schlüsselkräfte der Zukunft sein", unterstrich Hochhauser. Sie macht sich weiters stark für die Verbesserung der Rahmenbedingungen von Ein-Personen-Unternehmen (EPU).

Einsatz für verantwortungsvolles Unternehmertun

WKS-Präsident KommR Julius Schmalz wies darauf hin, dass Salzburg insgesamt gesehen ein gutes Pflaster für weibliches Unternehmertum sei. Bei den Einzelunternehmen werden 37,8 % von Frauen geführt. Auch die Gründungsstatistiken belegen, dass sich die Unternehmerinnen weiter im Vormarsch befinden. So stand 2011 hinter mehr als der Hälfte der 2.149 im Vorjahr gegründeten Unternehmen eine Frau. Schmalz begrüßt die "Verweiblichung" der Wirtschaft: "Frauen bringen Verantwortung und Nachhaltigkeit in die Wirtschaft und tragen damit wesentlich dazu bei, dass die Gesellschaft enkeltauglich wird." So setzen 64 % aller Unternehmen zusätzliche Maßnahmen für die Umwelt. In Betrieben, in denen Frauen Führungskräfte sind, sogar 71 %. Zu diesem Ergebnis kam die jüngste Studie "CSR in Salzburger KMU". "Das ist ein klares Signal, dass Frauen für ein verantwortungsvolles Unternehmertum stehen", bekräftigte der WKS-Präsident. (BS)

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