VIER PFOTEN: Verordnung zum Krähenabschuss im Burgenland geht am Problem vorbei

Kombination aus anbautechnischen Maßnahmen und Vertreibungstechniken viel sinnvoller

Wien (OTS) - VIER PFOTEN kritisiert die Entscheidung des burgenländischen Amts für Natur- und Umweltschutz , im Burgenland in bestimmten Gemeinden rund 900 Saatkrähen zum Abschuss freizugeben. Bio Austria, der Verband der Biobauern, hatte über Ernte-Einbußen durch Saatkrähen geklagt. Ein Abschießen ausgerechnet in der Brutzeit gehe nicht nur am Problem vorbei, sondern würde auch den ökologischen Regulationsmechanismus schwächen, so die Tierschutzorganisation.

"Die Frage ist, ob hier tatsächlich das gesamte Potenzial an Vergrämungsmaßnahmen ausgeschöpft wurde", so Helmut Dungler , Geschäftsführer von VIER PFOTEN. Die Tierschutzorganisation verlangt Transparenz: Es müsse offengelegt werden, wie sich die Ernteschäden-Zahlen der Biobauern tatsächlich aufschlüsseln. "Wir bezweifeln stark, dass hier die Saatkrähe die alleinige Ursache ist". Es gebe zudem genügend alternative Möglichkeiten zum Abschuss ausgerechnet in der für die Vögel so wichtigen Brutzeit. Experten empfehlen eine Kombination aus anbautechnischen Maßnahmen mit Vertreibungsmaßnahmen: Nach der Bodenbearbeitung, die die Tiere anlockt, sollte 1-2 Tage gewartet werden, bevor ausgesät wird. Der Zeitpunkt der Aussaat sollte dabei so gewählt werden, dass die Kultur schnellstmöglich keimt und aufläuft. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass auf der Oberfläche wenige Körner liegen bleiben.

Visuelle und akustische Reize während der Wachstumsphase der Pflanzen (z.B. Gasballone, Knallapparate), wie sie auch von den burgenländischen Biobauern angewandt wurden, sind wichtig, aber eben nur als Ergänzung zu den genannten anbautechnischen Maßnahmen. Da Rabenvögel aber extrem intelligente Tiere sind und sich schnell an solche Vertreibungsmaßnahmen gewöhnen, sollten diese öfters gewechselt werden.

"Wir fordern die Behörden im Burgenland auf, den Beschluss zurückzunehmen und sich stattdessen von Experten gut beraten zu lassen", so Dungler abschließend. Eine Reihe namhafter Ornithologen beschäftige sich seit Jahren mit diesem Problem, sie alle kämen zu derselben Schlussfolgerung: Abschüsse lösen das Problem nicht und tragen letztendlich lediglich zu einer Schwächung des natürlichen Regulationsmechanismus bei.

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