Missbrauch von Kinderrechten - Es soll nicht heißen, dass wir nicht gewarnt haben!

Wien (OTS) - Beim nächsten schweren Fall von Kindesmisshandlung
und Kindesmissbrauch sind die Politiker im Bund und Ländern vor Gericht zu stellen, nicht die Basis-MitarbeiterInnen des Jugendamtes.

Landesregierungen und Landesverwaltung haben neuerlich im Streit um Geld den zeitgemäßen Schutz von Kindern verhindert! Minister Mitterlehner und seine ressortverantwortlichen Vorgängerinnen haben sich durch das "Totschlagargument" - Konsultationsmechanismus - dafür hergegeben, wichtigste fachliche Forderungen fallen zu lassen -anstatt den Konsultationsmechanismus auch tatsächlich einzuberufen und darüber zu verhandeln, was bestimmte fachliche Forderungen kosten und wer sie zahlen soll!

Fachliche Argumente und verfassungsmäßige Rechte von Kindern und Jugendlichen sind in dem jahrelangen Ringen um ein neues Gesetz völlig verloren gegangen.

Nicht SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen sind säumig und vernachlässigen den Schutz von Kindern, sondern die Politik und die Verwaltung! Sie meinen, es sei vernachlässigbar, einheitliche Standards zu beschließen und ausreichend Personal zu finanzieren und somit Kinderschicksale von "Luca" und "Cain" soweit wie möglich zu verhindern.

Das ist fahrlässig und für Österreich unwürdig!

Ein zeitgemäßer Kinderschutz braucht:

  • Bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und Qualitätssicherung
  • Vier-Augenprinzip bei der Gefährdungsabklärung
  • Einheitliche Standards bei der Informationsweitergabe und interdisziplinären Kooperation, Nahtstellenmanagement
  • Eine/n unabhängige/n Kinder- und Jugendhilfebeauftragten, der die Umsetzung der Reformen beobachtet und darüber regelmässig berichtet
  • Sicherstellung der therapeutischen Hilfen für Kinder und Jugendliche.
  • Fortsetzung von Betreuungen auch über das 18. Lebensjahr hinaus
  • Integrierung der UN Konvention über die Rechte des Kindes

Der Österreichische Berufsverband der SozialarbeiterInnen fordert die PolitikerInnen in Bund und Ländern auf, ihre Verantwortung für alle Kinder und Jugendlichen in Österreich wahrzunehmen und ein wirksames, wie im Erstentwurf vorgeschlagenes, Kinder und Jugendhilfegesetz zu beschließen!

Rückfragen & Kontakt:

OBDS - Österreichischer Berufsverband der SozialarbeiterInnen
Vorstand
Maria Moritz DSA, Vorsitzende
Tel.: 0699 11046488
Olga Zechner DSA, stv. Vorsitzende
Tel.: 0676 6924844
Georg Dimitz DSA, Vorstand obds
Tel.: 0664 1010043

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