ÖGJ: Fachkräftemilliarde statt Lehrlingsimport

Wirtschaft soll in Österreich vorhandene Lehrstellensuchende ausbilden

Wien (OTS/ÖGB) - "Bevor die österreichischen Unternehmen ins Ausland fahren, um dort Lehrlinge anzuwerben, sollen sie lieber diejenigen 4.725 Jugendlichen ausbilden, die in Österreich als Lehrstellen suchend gemeldet sind", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), zu den heute präsentierten Vorschlägen der "KMU Forschung Austria". Außerdem lernen Tausende Jugendliche in der überbetrieblichen Lehrausbildung, die eigentlich alle Lehrstellen in Betrieben suchen. "Wenn die Wirtschaft diese Jugendlichen ausbilden würde, bräuchte sie bei der Lehrlingssuche nicht über die Grenze schielen", so Michlmayr. Auch eine weitere Konsequenz aus einen solchen Lehrlingsimport scheint die Wirtschaft zu übersehen: "Wenn die Unternehmen 15-Jährige nach Österreich holen, wollen sie sie dann auch in ihre Familien aufnehmen und die Vormundschaft übernehmen?", fragt sich Michlmayr.++++

"Wer gut ausgebildete Fachkräfte will, muss treffsicher in die Ausbildung investieren. Und weil die Unternehmen freiwillig immer weniger ausbilden, hat die ÖGJ ein Modell entwickelt, wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen müssen", so Michlmayr. Aus der daraus gespeisten Fachkräftemilliarde kann dann nicht nur die Lehrstellenförderung, sondern auch die überbetriebliche Lehrausbildung sowie die Weiterqualifizierung von ArbeitnehmerInnen finanziert werden. "Dann würden sich wieder mehr Betriebe selbst an der Beseitigung des vielbejammerten 'Fachkräftemangels' beteiligen, und die überbetriebliche Ausbildung müsse nicht mehr das Budget des Arbeitsmarktservice belasten", so Michlmayr.

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