ÖAMTC: Chronologie der Kraftstoff-Preisgestaltung in Österreich

Von klassischer Preisregelung bis zum freien Markt war alles schon dabei

Wien (OTS) - Gerade vor Ostern hat sich die Spritpreis-Spirale wieder erbarmungslos nach oben gedreht. Viele Autofahrer stellen sich daher die Frage, ob das früher auch schon so war und wie die hohen Preise eigentlich zu Stande kommen. "Bis 1981 gab es in Österreich eine 'klassische' Preisregelung für die Kraftstoff-Preise", berichtet dazu ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. "Die Sozialpartner bildeten die sogenannte paritätische Kommission, die die Preise nach unterschiedlichen Kriterien, wie beispielsweise der Ölpreisentwicklung, festsetzten." Dieses System wurde am 15. September 1981 abgeschafft - ab diesem Zeitpunkt sollte der freie Wettbewerb günstigere Preise für die Konsumenten bringen.

Aber bereits 1990 wurde ein weiterer Versuch, die Kraftstoff-Preise einzugrenzen, gestartet. "Das 'Prinzip der gläsernen Taschen' wurde eingeführt", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "In diesem System wurden die österreichischen Spritpreise an die Preisbewegungen auf dem Fertigproduktmarkt gekoppelt." Sobald am Rotterdamer Markt eine genau definierte Hürde - diese betrug damals umgerechnet 20 Groschen auf den Literpreis - übersprungen wurde, änderten sich auch die Preise an den heimischen Tankstellen.

Aber auch dieses System zur Preisgestaltung hielt nicht lange und nach einigem Hin und Her wurden die "gläsernen Taschen" 1997 wieder zugunsten des freien Marktes abgeschafft. "Die allgemeine Unzufriedenheit mit den überhöhten Preisen sorgte aber noch im selben Jahr für den ersten 'Benzinpreisgipfel' der Sozialpartner im Wirtschaftsministerium", schildert die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin.

Über die Jahre gab es mehrere "Spritpreisgipfel", aber die Kraftstoff-Preise werden nach wie vor vom freien Markt bestimmt. Es kam auch zu deutlichen Verbesserungen. Seit August 2011 sind die Tankstellen beispielsweise verpflichtet, ihre Preise zentral zu melden, um so die Transparenz des Marktes zu erhöhen. Angesichts der aktuellen Preise wünschen sich viele Autofahrer jedoch wieder eine Preisregelung wie früher. "Generell tritt der ÖAMTC für den freien Markt ein. Allerdings funktioniert die Preisbildung derzeit nicht optimal", hält Brandau fest. "Daher begrüßt der ÖAMTC den Vorschlag einer Preiskorridor-Regelung zu bestimmten Zeiten mit besonders 'heißen' Preisen".

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