Hotel- und Gastgewerbe: KV-Verhandlungen nicht durch realitätsfremde Forderungen gefährden!

WKÖ ruft Verhandlungspartner zu mehr Sachlichkeit auf - Verunglimpfungen schaden Tourismusstandort und gefährden Arbeitsplätze

Wien (OTS/PWK244) - Die beiden Verhandlungsleiter für die Kollektivvertragsverhandlungen auf Arbeitgeberseite, Helmut Hinterleitner und Klaus Ennemoser, bedauern den neuen Verhandlungsstil der Gewerkschaften vida/GPA. "Nicht nur, dass an unrealistischen Forderungen wie einer über 20 %-igen Erhöhung des Mindestlohnes, festgehalten wird, hetzt die Gewerkschaft auch gegen die gesamte Branche." Ein gemeinsamer vida/GPA-Folder gibt wörtlich den Warnhinweis ab, dass "die Arbeit in der Hotellerie und in der Gastronomie Gesundheit und Auskommen mit dem Einkommen gefährden." Für Hinterleitner und Ennemoser ist diese Vorgangsweise unverantwortlich. Die Branche werde insgesamt diskreditiert. Während die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie die bisher umfassendste Imagekampagne für Lehrlinge vorbereiten, beklagen sich die Gewerkschaftsvertreter über Nachwuchs- und Fachkräftemangel und schüren zeitgleich unzutreffende Behauptungen. Hinterleitner und Ennemoser: "Die Wirtschaftskammer ist bestrebt, den neuen Gegebenheiten am Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen. Flexibilisierung ist ein Gebot der Stunde und entspricht dem Lebensgefühl vieler junger Menschen."

"Aufhetzen mit unzutreffenden Behauptungen und Einbunkern mit unrealistischen Forderungen entspricht nicht dem Geist unserer bisherigen sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit. Bei bis zu 45 % Lohn- und Gehaltskostenanteil im Gastgewerbe wäre eine derartige Erhöhung des Mindestlohnes für viele Betriebe schlichtweg existenzbedrohend. Die Sicherheit der Arbeitsplätze ist für die Gewerkschaften offenbar kein Thema mehr", betont Hinterleitner.

Ennemoser: "Wir verhandeln über zwei Seiten derselben Medaille. Die eine ist das von der Gewerkschaft geforderte Auskommen mit dem Einkommen, die andere ist die Leistbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sicherheit von Arbeitsplätzen. Offenbar schlägt die Gewerkschaft erstmalig in der Branche einen neuen Weg - frei nach dem Motto: "Verkauft's mein G'wand, ich fahr' in Himmel" - ein. Ohne Rücksicht auf die Folgen."

Die Wirtschaftskammervertreter appellieren für den nächsten Verhandlungstermin am 23. April an das Verantwortungsgefühl der Belegschaftsvertreter. Schließlich stehe nicht nur die Reputation Österreichs als attraktiver Tourismusstandort, sondern auch das Erfolgsrezept der heimischen Sozialpartnerschaft auf dem Spiel. Hinterleitner und Ennemoser erinnern daran, dass Österreichs Wohlstand in erster Linie dem Fleiß seiner Bevölkerung, aber auch dem Augenmaß im politischen Umgang miteinander zu verdanken sei. (PM)

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