"Kulturmontag" am 16. April: Mythos Marilyn Monroe, 100 Jahre Tarzan und Neuübersetzung von Bram Stockers "Dracula"

"Vampire - ein unsterblicher Mythos" in den "art.genossen"

Wien (OTS) - Untote, eine Unsterbliche und ein zeitloser Dschungelgott - moderne Mythen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe des "Kulturmontags", durch den Nadja Bernhard am Montag, dem 16. April 2012, ab 22.30 Uhr in ORF 2 führt. Gast im Studio ist der universalgebildete Schriftsteller und Essayist Franz Schuh. Auch die "art.genossen" begeben sich in "Vampire - ein unsterblicher Mythos" auf die Spuren von Dracula, "art.film" zeigt um 0.00 Uhr die Woody-Allen-Komödie "Scoop - Der Knüller" als ORF-Premiere.

Wasserstoff-Bombe: Mythos Marilyn Monroe. Neuer Film mit Michelle Williams als Sexgöttin

Sie war ein Fantasiegebilde aus Kurven und Wasserstoffperoxid, mehr noch ein Wunder der Kinematografie, das außergewöhnliche chemische Reaktionen auszulösen vermochte. Wenn Marilyn Monroe in die Kamera schmachtete, löste sie in Millionen von Männern Beschützerinstinkte aus - und mehr als das. Irgendwann heiratete Amerikas "Body" Amerikas "Brain" - Arthur Miller. Und auf diese ungewöhnliche Liaison sollte sogleich eine künstlerische folgen: Der berühmteste Filmstar der Welt wurde vom König des Schauspiels, Sir Laurence Olivier, 1956 für die Komödie "Der Prinz und die Tänzerin" engagiert. Am Set sollte die Sexbombe detonieren - eine einzige Kettenreaktion an Katastrophen, die jetzt der Film "My Week with Marilyn" schildert. Das Drehbuch basiert auf den biografischen Notizen des Dokumentarfilmers Colin Clark, der damals bei der Produktion als Assistent arbeitete. Er schildert die notorische Unzuverlässigkeit einer von Ängsten geplagten und von Schlafmitteln umnebelten Frau. Als Arthur Miller nach einem Ehestreit vom Set abreiste, suchte die Sexgöttin Trost und Halt bei dem jungen Mann. Michelle Williams wurde für ihre Darstellung der Monroe mit dem Golden Globe ausgezeichnet und erhielt eine Oscar-Nominierung. Der "Kulturmontag" bittet sie zum Interview.

Dschungel-König: 100 Jahre Tarzan. Vom Halbgott im Lendenschurz

Der Mann wurde wegen eines Herzfehlers aus der Armee entlassen, war als Glühbirnenvertreter erfolglos und scheiterte mit einer Agentur für Bleistiftspitzer. Irgendwann beschloss Edgar Rice Burroughs, dass etwas geschehen musste. Also schrieb er gegen seine Armut an. Der Plan sollte aufgehen: Tarzan, der vom Affenweibchen Kala aufgezogene Aristokrat, wurde zum Sinnbild für den Widerspruch von Kultur und Natur - ein Halbgott im Dschungel, dessen Abenteuer sich stets um Existenzielles drehten: Fressen und gefressen werden. Später wurde Tarzan zur propagandistischen Ikone in den USA: zunächst im Kampf gegen die Nazis, später gegen die Kommunisten. Immer noch schwelt der Streit, ob Tarzan schlicht Trash ist oder doch als gehobene Unterhaltungsliteratur ins häusliche Bücherregal eingereiht werden sollte. Edgar Rice Burroughs machte sich darüber nicht viel Kopfzerbrechen. Er wurde mit zahllosen Marketingprodukten reich, ließ sich eine gewaltige Ranch namens Tarzana errichten und beschloss, Afrika bis zu seinem Lebensende fernzubleiben. Eine satirische Abhandlung im "Kulturmontag" mit Wolfram Berger, seines Zeichens Schauspieler - und Mitglied des Johnny-Weissmuller-Clubs.

Biss-Fest: Bram Stokers "Dracula". Zum 100. Todestag des Autors

Transsylvanien! Schon beim Klang des Landstrichs vermeint man Wolfsgeheul zu vernehmen, Wolken schieben sich vor den Mond, eine dunkle Gestalt huscht lautlos durch die Nacht. Es hätte alles durchaus kerniger kommen können à la "Steirerblut is very good", denn Bram Stoker hatte seinen weltberühmten Schauerroman "Dracula" ursprünglich in der Steiermark angesiedelt und entschloss sich erst knapp vor der Veröffentlichung, die Handlung ins heute rumänische Siebenbürgen zu verlegen. Der erste Vampirroman der Literaturgeschichte galt bis zum Tod des Autors vor 100 Jahren als Schund. Längst hat sich herausgestellt: Untote leben länger. Immer noch fasziniert der Fürst der Finsternis mit seiner Zerrissenheit -er oszilliert zwischen Leben und Tod, versinnbildlicht menschliche Urängste und saugt sich tief im Unbewussten fest. Bis heute hat Graf Dracula zahlreiche blutleere Wiedergänger - man denke an die blässlich-zwielichtigen Pin-up-Teenager aus den Kinoblockbustern. Der "Kulturmontag" spürt dem Originalroman, der nun in Neuübersetzung vorliegt, und der weithin unbekannten Biografie seines Schöpfers nach.

"art.genossen: Vampire - ein unsterblicher Mythos"

Die Legende von blutsaugenden Vampiren beflügelt seit jeher die Fantasie der Menschen. Mysteriöse Geschichten über Untote, die sich aus ihren Särgen erheben, die Lebenden terrorisieren und ihnen Blut abzapfen - das ist der Stoff für Horrorfilme und Erzählungen. Aber ein eifriges Team von Archäologen und forensischen Wissenschaftern hat nun den eindrucksvollen Beweis für die Existenz dieser Legende geliefert. Die "art.genossen"-Dokumentation "Vampire - ein unsterblicher Mythos" von Regisseur Julian Thomas zeigt Archäologen auf ihren Forschungsreisen, um herauszufinden, wer die Opfer der Vampire waren und wie sie ausgesehen haben mögen, während Forensiker damit beschäftigt sind, dem uralten und gruseligen Mysterium auf die Spur zu kommen.

Eine zweite Doku-Premiere zum Thema bietet am Sonntag, dem 22. April, um 23.05 Uhr in ORF 2, der "dok.film: Die Wahrheit über Dracula" über ein Land, das einen Romanhelden importierte und daraus einen Exportschlager machte. Auch Ö1 widmet sich dem Thema Vampire: In "Ex libris" am Sonntag, den 15. April, um 16.00 Uhr, spricht Peter Zimmermann mit Andreas Nohl, der Bram Stokers "Dracula" neu übersetzt hat, und sendet einen Beitrag mit dem Titel "Dracula und die Folgen" über den Vampirmythos im 20. Jahrhundert.

Der "Kulturmontag" steht als zeitnahe Servicewiederholung jeweils am Dienstag im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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