ÖAMTC: Dschungel an Fahrverboten in europäischen Städten

Je nach Land gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Regelungen

Wien (OTS) - Schon im Spätherbst 2012 könnte es in Graz ein flächendeckendes Fahrverbot für eine große Zahl von Kraftfahrzeugen geben, ohne dass sich der Fahrzeugbestand dadurch erneuert. "Von dieser Regelung werden nicht nur sehr viele Österreicher betroffen sein. Auch Touristen droht eine Strafe, wenn sie ohne Pickerl in die Zone einfahren", erklärt ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. Aber auch ohne österreichische Fahrverbotszonen haben es Reisende schwer. Der Dschungel an Zonen im Ausland ist unübersichtlich, einheitliche Regelungen gibt es nicht. Die ÖAMTC-Touristik hat die wichtigsten Bestimmungen in europäischen Ländern mit Fahrverbotszonen zusammengefasst.

* Deutschland: Mehr als 50 Fahrverbotszonen erlauben nur Kfz mit Umweltplakette die Einfahrt in die Stadtzentren. Die Regelung wird stufenweise verschärft, in manche Zentren dürfen nur noch Kfz mit grüner Plakette einfahren. Die Regelung gilt sowohl für deutsche als auch für ausländische Kfz.

* Italien: Die "Zona Traffico Limitato" (ZTL) ist eine verkehrsberuhigte Zone, die es in vielen italienischen Städten gibt. "Generell ist die ZTL unabhängig von den Schadstoffklassen der Kfz. Ausnahmen sind Mailand, Bozen und Brixen", berichtet die ÖAMTC-Touristikerin. In Mailand ist die Einfahrt nur mit einem "Ecopass" erlaubt. In Bozen und Brixen gelten von Montag bis Freitag, von 7 bis 10 bzw. 16 bis 19 Uhr, Fahrverbotszonen, die vom Schadstoffausstoß abhängig sind. Samstag, Sonntag und Feiertage sind ausgenommen.

* Ungarn: Bei "Smog-Alarm" (Überschreiten des Grenzwertes an zwei aufeinander folgenden Tagen) können kurzfristig Fahrverbote verhängt werden. Besonders kompliziert: "Fahrzeuge mit gerader Endziffer am Kennzeichen dürfen an geraden, Kfz mit ungerader Endziffer an ungeraden Kalendertagen einfahren", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Diese Regelung gilt auch für österreichische Kfz."

* Dänemark: In den Kommunen Kopenhagen und Frederiksberg, außerdem in den Städten Arhus, Aalborg und Odense gelten Umweltzonen mit Plakettenpflicht. "Diese Regelung betrifft Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 Tonnen mit Dieselmotor. Ein Partikelfilter ist Pflicht, damit man die Plakette bekommt", berichtet die ÖAMTC-Touristikerin. Seit Anfang 2011 gelten die Bestimmungen auch für ausländische Kfz dieser Kategorien. Die deutsche Umweltplakette gilt nicht.

* Niederlande: In elf Städten, darunter Amsterdam, Den Haag und Rotterdam gibt es Umweltzonen. "Umweltplaketten gibt es allerdings nicht. Das Fahrverbot gilt für niederländische Fahrzeuge mit Dieselmotor und mehr als 3,5 Tonnen. Ausgenommen sind Fahrzeuge, die mindestens der Euro Klasse 3 entsprechen, einen Partikelfilter haben und nicht älter als acht Jahre sind", erklärt die Club-Touristikerin.

* Großbritannien: Im gesamten Stadtzentrum von London und in den angrenzenden Bezirken Kensington und Chelsea gilt eine City-Maut, die sogenannte "Congestion Charge". Diese kostet zehn britische Pfund pro Tag und muss bei Einfahrten in die Zone von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr entrichtet werden. "Von dieser Regelung sind alle Kfz, also auch Touristen, betroffen", stellt die ÖAMTC-Reisexpertin klar. "Motorräder, Mopeds, E- und Hybridfahrzeuge sind allerdings ausgenommen."

* Norwegen: In Oslo, Bergen, Stavanger und weiteren norwegischen Städten gibt es eine City-Maut. Diese Bestimmung gilt für in- und ausländische Fahrzeuge. Die Gebühren sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Oslo kostet das Tagesticket beispielsweise 26 norwegische Kronen.

* Schweden: "Die schwedische Hauptstadt Stockholm erlaubt die Einfahrt ins Zentrum nur gegen Bezahlung einer City-Maut. Ab 1. Jänner 2013 gilt diese Regelung auch für Göteborg", schildert die ÖAMTC-Reiseexpertin. "Die City-Maut gilt nur für Kfz mit schwedischem Kennzeichen." Urlauber sind also nur betroffen, wenn sie mit einem Mietwagen unterwegs sind.

Details zu Fahrverboten und weiteren wichtigen Maut- und Verkehrsbestimmungen findet man online in der weltweiten ÖAMTC-Länderdatenbank unter www.oeamtc.at/laenderinfo.

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