"Reingelegt?" - "Schauplatz Gericht" am 13. April im ORF

Wien (OTS) - Jeder macht Fehler. Und manche Fehler kommen einen teuer zu stehen, vor allem wenn man leichtsinnig eine Unterschrift auf ein Dokument gesetzt hat, das ein anderer zum Unterschreiben mitgebracht hat. An sich muss man sich ja an Verträge halten, aber in manchen Fällen kann man bei Gericht versuchen, die Sache rückgängig zu machen. Für "Schauplatz Gericht" - zu sehen am Freitag, dem 13. April 2012, um 21.20 Uhr in ORF 2 - haben Peter Resetarits, Nora Zoglauer und Ludwig Gantner drei solche Fälle teils jahrelang mit der Kamera dokumentiert.

Robert J. ist ein klassischer Wiener Hausmeister in einer großen Donaustädter Wohnhausanlage. Er ist stolz darauf, dass er bei Mieterumfragen regelmäßig 85 Prozent Sympathiewert einfährt. Ausgerechnet er muss jetzt regelmäßig zu Gericht. Hausmeister J. ist nämlich Hobby-Kunstsammler. Und hat einen Volltreffer gelandet: Um ein paar tausend Euro erstand er einige Ölbilder aus einem Nachlass und eines davon entpuppte sich als echter Boeckl. Bilder dieses österreichischen Malers erzielen auf internationalen Auktionen mehr als 400.000 Euro. Herr J. hat dieses Bild aber sofort um nur 100.000 Euro an ein Wiener Auktionshaus weiterverkauft. Den wahren Wert hätte man ihm verheimlicht und ihn überrumpelt, sagt er. Herr J. will das Gemälde zurückhaben. Zu allem Übel wurde er aber auch noch vom Vorbesitzer des Bildes auf eine Nachzahlung geklagt. Vom Gewinn ist jetzt nichts mehr übrig. Und wenn Herr J. die teuren Prozesse verliert, ist er ruiniert.

Frau C. aus Wimpassing leidet an einer Schilddrüsenerkrankung und hat einiges an Gewicht zugelegt. Sie unterschrieb einen Vertrag bei einem "Schlankheitsinstitut" über 2.835 Euro, zahlbar in elf Monatsraten. Die Behandlungsmethode schien eigenartig: Frau C. musste sich in eine Box begeben, aus der nur ihr Kopf herausragte. Dann wurde sie mit heißer Luft angeblasen und zum Schwitzen gebracht. Sie bekam Kreislaufprobleme und fragte ihren Arzt um Rat. Der riet ihr dringend von einem Fortsetzen der Schwitzstunden ab, da es gefährlich sei. Doch das Schlankheitsinstitut ließ sich vom ärztlichen Attest nicht beeindrucken: Die restlichen Monatsraten wären pünktlich zu zahlen, der Fall ging vor Gericht.

Der greise Herr N. borgte seinem Hausarzt angeblich 260.000 Euro. Der Herr Doktor versprach, er werde das Geld in Raten zurückzuzahlen. Ein paar Monate funktionierte das auch, doch dann blieben die Zahlungen aus. Herr N. wurde misstrauisch und klagte den Arzt schließlich auf Rückzahlung. Der schlug einen Deal vor: Er würde ihm auf Lebenszeit monatlich 500 Euro zurückerstatten. Herr N. war damals schon 93 Jahre alt, akzeptierte aber erstaunlicherweise. Fünf Monate später starb er und die Schuld war nach Meinung des Arztes getilgt. Anderer Meinung war der Neffe und Erbe des Herrn N. Und als dann auch noch ein Testament des alten und angeblich verwirrten Mannes zugunsten des Doktors auftauchte, entschloss er sich, das Geld zurückzufordern. Er kritisiert die Rechtslage. Es sei unerhört, dass sich Ärzte in Österreich von ihren betagten Patienten Geld ausborgen und als Erbe einsetzen lassen dürfen. Fünf Jahre lang hat die Redaktion von "Schauplatz Gericht" diesen Fall beobachtet, jetzt gibt es ein endgültiges Ergebnis.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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