- 10.04.2012, 12:12:10
- /
- OTS0100 OTW0100
FWF-Jahrespressekonferenz: "Rekorde mit Vorbehalt" - BILD

Wien (OTS) - Für das Jahr 2011 kann der FWF ein
Rekordbewilligungsvolumen von 195,2 Mio. Euro vermelden. Gleichzeitig
bleibt der Wettbewerbsdruck für die Einwerbung von FWF-Mitteln mit
einer Bewilligungsquote von 24,8 Prozent extrem hoch. Neben dem
erfolgreichen Start des Programms für klinische Studien (KLIF) und
dem Neubeginn der Overhead-Zahlungen für Einzelprojekte und PEEK muss
der FWF mangels Finanzierung durch das BMVIT das überaus erfolgreiche
Programm "Translational Research" 2012 einstellen.
Bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz des Wissenschaftsfonds
FWF zogen Präsident Christoph Kratky und Geschäftsführerin Dorothea
Sturn Bilanz über das Jahr 2011 und gaben einen Ausblick auf die
wichtigsten, zukünftigen Vorhaben des FWF.
Bewilligungssummenwachstum und steigende Nachfrage
Abgesehen von punktuellen Rückschlägen beim
Bewilligungssummenwachstum in einzelnen Jahren - wie das zuletzt im
Jahr 2009 der Fall war - kann der FWF in den Jahrzehnten seines
Bestehens auf durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 9
Prozent verweisen. Im Jahr 2011 betrug die Steigerung gegenüber dem
Vorjahreswert sogar 13,6 Prozent. Dem Zuwachs bei der
Bewilligungssumme von 23,4 Mio. Euro steht allerdings eine Steigerung
des Antragsvolumens um 57,1 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr
gegenüber. Mit einem Rekord-Antragsvolumen von 646,1 Mio. Euro sind
FWF-Mittel für die Realisierung von Grundlagenforschungsprojekten so
gefragt wie niemals zuvor. Diese an sich erfreuliche Dynamik hat zur
Konsequenz, dass die Bewilligungsquote über alle FWF-Programme mit
24,8 Prozent auf sehr tiefem Niveau bleibt.
Wenn der Wissenschaftsfonds alleine durch tiefe Genehmigungsraten
auf den zunehmenden Drittmitteleinwerbungsdruck reagieren kann,
werden keine ermutigenden oder motivierenden Signale an die
Forscherinnen und Forscher ausgesandt, sich mit ihren
Forschungsvorhaben einer internationalen Qualitätsüberprüfung zu
stellen. Wie in den Vorjahren mussten im Berichtszeitraum erneut drei
von vier beantragten Euros abgelehnt werden, und es gibt keine
Anzeichen, dass die Wettbewerbsintensität im Bereich der
Drittmitteleinwerbung Marke FWF in absehbarer Zeit nachlassen wird.
Umso wichtiger wäre es im Sinne der im Frühjahr 2011 präsentierten
FTI-Strategie der österreichischen Bundesregierung, den Anteil
öffentlicher Mittel, die im Zuge wettbewerblicher Verfahren in das
Forschungssystem investiert werden, signifikant zu steigern, um die
Qualitätsorientierung in der wissenschaftlichen Forschung in
Österreich zu stärken.
FWF als Kaderschmiede
Mit dem diesjährigen Rekordbewilligungsvolumen einhergehend kann
der FWF auf einen neuen Höchststand bei Projektmitarbeiterinnen und
Projektmitarbeitern verweisen, die aus FWF-Mitteln an den
Forschungsträgereinrichtungen - insbesondere an den heimischen
Universitäten - angestellt sind. Per 31.12.2011 hatte der FWF
erstmalig mehr als 3.500 Personen auf seiner "Payroll"; davon waren
rund 46 Prozent Frauen und 54 Prozent Männer. Zirka 80 Prozent der
vom FWF in die Grundlagenforschung investierten Mittel werden für die
Anstellung überwiegend junger Wissenschafterinnen und Wissenschafter
eingesetzt.
Wie wichtig der FWF für den qualitativen und quantitativen Ausbau
des heimischen Forschungspotenzials ist, zeigt sich unter anderem
darin, dass von den gegenwärtig in Österreich aktiven ERC-Awardees
bislang rund 200 FWF-Projekte gleitet werden bzw. geleitet wurden.
Offensichtlich sind ein starker FWF Track Record und eine
erfolgreiche Teilnahme an europaweiten, qualitätsorientierten
Wettbewerbsverfahren des European Research Council hochgradig
korreliert. Um Erfolge auf europäischer Ebene weiterhin erzielen zu
können ist es daher angezeigt, bewährte Mechanismen und
FWF-Strukturen zu stärken.
FTI-Strategie der Bundesregierung als Maßstab
Eine entsprechende Handlungsanweisung hat die österreichische
Bundesregierung mit der Präsentation ihrer FTI-Strategie vor rund
einem Jahr vorgelegt. Die Strategie für Forschung, Technologie und
Innovation enthält eine Reihe bemerkenswerter, schriftlich
dokumentierter Aussagen zum Thema Grundlagenforschung, die sämtliche
Forderungen und Wünsche des FWF adressieren. "Wir wünschen uns, dass
die FTI-Strategie umgesetzt wird, und wir werden darauf hinweisen,
sollte die Diskrepanz zwischen schriftlich fixierten politischen
Zielen und den budgetären Vorgaben noch größer werden, als dies
bereits jetzt schon der Fall ist", kommentiert Christoph Kratky die
gegenwärtige Situation der wissenschaftlichen Forschung in
Österreich. "Wir brauchen transparente und wirkungsvolle
Investitionen in die österreichische Grundlagenforschung, denn das
massive Engagement der öffentlichen Hand ist in diesem Bereich
absolut alternativenlos", ergänzt Dorothea Sturn, Geschäftsführerin
des Wissenschaftsfonds.
Overheads für alle Programme, Exzellenzcluster und weiteres
Wachstum
Nach der Wiedereinführung der Overhead-Zahlungen für
Einzelprojekte und Projekte aus dem Programm zur Entwicklung und
Erschließung der Künste (PEEK) - das entspricht in Summe in etwa der
Hälfte des FWF-Bewilligungsvolumens - muss es im Jahr 2012 vor allem
darum gehen, die Overhead-Regelung Zug um Zug auf das gesamte
FWF-Programm-Angebot auszuweiten, um unerwünschte Verzerrungseffekte
in der Antragstellung zu vermeiden. Weiters wäre die Implementierung
des Programms "Exzellenzcluster" ein wichtiger Schritt zur Stärkung
des österreichischen Wissenschaftssystems. Die Exzellenzcluster sind
eine zum Aufbau des IST Austria komplementäre Maßnahme, um das
Top-Segment der österreichischen Grundlagenforschungsszene
auszubauen. Und schließlich geht es darum, gemeinsam mit dem
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ein neues,
tragfähiges, Finanzierungsfundament für den FWF zu entwickeln, um
klare Perspektiven und Planungssicherheit für die aktiven
Grundlagenforscherinnen und -forscher in Österreich anbieten zu
können. Ziel muss sein, gemeinsam einen ermutigenden Wachstumspfad
anbieten zu können.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2846/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Stefan Bernhardt, MBA
Tel.: +43 1 5056740 DW 8111
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FWF






