- 10.04.2012, 10:09:01
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Der Wechsel an den Schalthebeln der Macht - von Günter Fritz
Das Schiff Raiffeisen wird dadurch nicht zu stoppen sein
Wien (OTS) - Der Machtwechsel an der Spitze der mächtigen
Raiffeisenorganisationen in Oberösterreich, der mit Monatsbeginn
erfolgte, und jener in Niederösterreich-Wien, der bis Jahresmitte
über die Bühne gehen wird, sind eine Zäsur. Nicht nur bei den
Giebelkreuzern, auch in Wirtschaft und Politik sind die beiden
Machtmenschen Ludwig Scharinger und Christian Konrad große Nummern.
Letzterer pflegt als graue Eminenz der ÖVP auch beste Kontakte zur
roten Reichshälfte und ist als deklarierter Großkoalitionär
gewissermaßen das Beispiel für den paradetypischen Österreicher.
Wenn sich nun die beiden bodenständigen, volksverbundenen und äußerst
einflussreichen Top-Manager von den Schalthebeln der Macht
zurückziehen, bleibt das nicht ohne Auswirkungen. Beim
Giebelkreuz-Konzern kommt ein Personalkarussell in Bewegung, das in
die Chef- und Aufsichtsratspositionen vieler Top-Unternehmen
hineinspielt.
Denn die genossenschaftlich organisierte Raiffeisen Gruppe hat sich
in den 125 Jahren ihres Bestehens in Österreich tief und nachhaltig
verwurzelt - auch wenn das vielen Zeitgenossen nicht wirklich bewusst
ist. 1600 selbstständige Genossenschaften mit 2,1 Millionen
Mitgliedern sind eine Basis, von der aus es sich hervorragend
wirtschaften und Politik machen lässt. Zum grünen Riesen mit seinen
agrarischen Wurzeln gehören 99 Lagerhäuser und Warenunternehmen und
118 Molkereien, aber auch 530 lokale Raiffeisenbanken mit rund 2200
Filialen, acht Landesbanken, die RZB als Spitzeninstitut und die RBI
als international tätiges und in Osteuropa großes Institut sowie
diverse Leasing-, Versicherungs- und Immobiliengesellschaften.
Die Macht Raiffeisens drückt sich in der Medienlandschaft
(Mediaprint, "Kurier", "News") ebenso aus wie durch mehr als 1200
Beteiligungsunternehmen. Zu den oberösterreichischen Giebelkreuzern
gehören Schwergewichte wie Voestalpine, Amag, Lenzing, Salinen, Efko
oder Vivatis - Vorzeigeunternehmen von Raiffeisen-Niederösterreich
sind unter anderen Agrana, Leipnik-Lundenburger, Südzucker, Nöm,
Do&Co oder Strabag. Die Unternehmen, an denen die beiden
Landesorganisationen beteiligt sind, beschäftigen zusammen rund
245.000 Mitarbeiter und bringen Jahr für Jahr zig Milliarden Euro ins
Rollen.
Der Wechsel an den Schalthebeln der Macht wirkt sicher nach, das
Schiff Raiffeisen wird dadurch aber nicht zu stoppen sein. Denn
dieses hält den Kurs, egal wer am Steuer sitzt. Wer Raiffeisen kennt,
weiß zudem, dass gravierende Veränderungen von langer Hand geplant
und abgestimmt sind - denn beim grünen Riesen geht die wahre Macht
von den Genossenschaftern aus.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
mailto:redaktion@wirtschaftsblatt.at
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