FPÖ: Graf kritisiert Einzug von Tumpel-Gugerell in ÖVAG-Aufsichtsrat

Hat bereits bei der BAWAG keinerlei Malversationen erkennen können - "Refco-Koren" als Vorstand ebenso ungeeignet

Wien (OTS) - Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf kritisiert die Entsendung der ehemaligen Nationalbank- und EZB-Führungskraft Gertrude Tumpel-Gugerell in den Aufsichtsrat der teilverstaatlichten Volksbank AG: "Tumpel-Gugerell ist ein Paradebeispiel für jene Bankenaufseher, die nie gefährliche Entwicklungen erkennen konnten und die Banken in ihrem verhängnisvollen Treiben stets gewähren ließen", so Graf. Tumpel-Gugerell sei etwa im Jahr 2000 als Nationalbank-Prüferin der BAWAG nichts aufgefallen, ebenso wie ihrem Mann und Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel, der im Aufsichtsrat der Bank saß.

"Ich kann mich auch nicht erinnern, dass Tumpel-Gugerell im Direktorium der EZB irgendwann vor der fürchterlichen Finanz- und Bankenkrise gewarnt hätte, die über uns hereingebrochen ist", ergänzt Graf und kritisiert generell, dass man - vor allem in Österreich, aber auch international - nicht bereit sei, personelle Lehren aus den Fehlentwicklungen zu ziehen: "Noch immer werden jene Personen als Krisenmanager berufen, die stets das System verteidigt haben, wenn es auch noch so schlecht war. Wir haben heute eine wesentlich verbesserte Bankenaufsicht als vor zehn Jahren - aber nur, weil die Malversationen in vielen Geldinstututen, allen voran in der BAWAG, durch den Banken-U-Ausschuss publik wurden, und nicht etwa, weil sich die Verantwortlichen wie zum Beispiel Frau Tumpel-Gugerell dafür eingesetzt hätten", erklärt Graf, damals Vorsitzender im Banken-Untersuchungsausschuss.

Ebenso große Sorgen bereitet Graf der Umstand, dass als Vorstand der ÖVAG der ehemalige BAWAG-Vizegeneraldirektor Stephan Koren vorgesehen sei. "Korens Rolle bei der Überweisung von 350 Millionen Euro an die Pleitefirma Refco ist bis heute ungeklärt und wird spätestens dann gerichtsanhängig, wenn sich die Justiz durchringt, den längst versprochenen BAWAG-2-Prozess zu führen", so Graf. Jetzt fehle nur, dass man Tumpel-Gugerell und Koren noch Wolfgang Flöttl als Investmentberater zur Seite stelle.

Ein glaubwürdiger Neubeginn bei Krisenbanken, die vom Staat gerettet werden mussten, könne nur mit neuen Köpfen erfolgen, die noch nicht ihre Handlungsunfähigkeit offenbart hätten. "Leider ist es gerade im Einflussbereich des Staates nach wie vor so, dass die politische Treue zu einer der Regierungsparteien als Qualifikation mehr zählt als Sachverstand und Problemlösungskompetenz", bemängelt Graf.

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