Kinderbetreuungsatlas Niederösterreich Die Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinden im Vergleich

Starkes Ost-West-Gefälle bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wien (OTS/AKNÖ) - Der neue Kinderbetreuungsatlas der AKNÖ nimmt erstmals die Situation der Kinderbetreuung in Nie-derösterreich unter die Lupe. Das ernüchternde Ergebnis: Nur 8 Prozent der Kinderbetreuungseinrich-tungen in NÖ erfüllen alle Kriterien für eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Ursache liegt vor allem im Fehlen von Krabbelstuben.

Entsprechend dem Umfang und der Qualität der Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen er-folgte im Kinderbetreuungsatlas die Einteilung der NÖ. Gemeinden in fünf Kategorien. Das Ergebnis: Der Anteil der Gemeinden, die bei der Kinderbetreuung die optimalste Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten, beträgt nur 8 Prozent. Lediglich 2,6 Prozent haben die zweitbeste Bewertung. Die meisten Gemeinden, fast die Hälfte, liegen im Mittelfeld.

Große regionale Unterschiede

Generell ist ein starkes Ost-West-Gefälle ersichtlich. Die beste Ausstattung mit Kinderbetreuungsein-richtungen haben die Bezirke um Wien entlang der Südachse, vor allem Mödling und Baden. In den Bezirken Amstetten, Lilienfeld, Melk und Scheibbs fehlen zwar Kinderbetreuungsmöglichkeiten mit der Bestnote, allerdings ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedingt möglich. Die Bezirke Waidho-fen an der Thaya und Zwettl haben hingegen keine einzige Einrichtung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht.

Mit dem AKNÖ-Kinderbetreuungsatlas will die AKNÖ einen objektiven Überblick über die Situation der Kinderbetreuung in Niederösterreich geben. Den EntscheidungsträgerInnen werden damit Fakten und Verbesserungspotenziale bei den Kinderbetreuungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Wie wurde bewertet?
Für die Beurteilung der Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen wurden vier Kriterien herange-zogen:

  • Das Vorhandensein einer Krabbelstube bzw. die Möglichkeit, unter-zweieinhalbjährige Kinder im Kindergarten betreuen zu lassen.
  • Das Vorhandensein eines Kindergartens, der zumindest Montag bis Donnerstag mehr als acht Stunden durchgehend geöffnet ist.
  • Das Angebot eines Mittagessens im Kindergarten, zumindest von Montag bis Donnerstag.
  • Das Vorhandensein einer Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder an mindestens vier Ta-gen pro Woche.

Zusätzlich wurde mit dem Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) ein weiteres Instrument für die Bewertung der Kindergärten einbezogen. Die VIF-Kriterien sind:

  • Öffnungszeiten von Montag bis Freitag im Ausmaß von mindestens 45 Wochenstunden
  • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Angebot eines Mittagessens
  • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

Der Kinderbetreuungsatlas ist abrufbar unter
http://noe.arbeiterkammer.at/online/kinderbetreuungsatlas-noe-66757.h
tml?REFP=1167

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