Richtigstellung zur ORF-Sendung "Thema" vom 2. April 2012

Bericht zu "Antibiotika im Fleisch" lässt Objektivität vermissen

Wien (OTS) - Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich wehrt sich gegen die tendenziöse Berichterstattung in der ORF-Sendung "Thema" vom 02.04.2012. Im Beitrag "Unbesiegbare Keime durch Antibiotika im Fleisch" wird behauptet, dass in Österreich jährlich über 60.000 t Antibiotika an Tiere verabreicht würden. Die Folge davon wären immer mehr resistente Keime im Fleisch. "Diese Angabe ist tausendfach überzogen und zeigt die unzureichende Recherchequalität durch den ORF", kritisiert LK NÖ-Präsident Hermann Schultes.

Das in dieser Szene gezeigte Videomaterial stammt laut Insert vom Verein gegen Tierfabriken (VGT). Es ist unakzeptabel, dass ein öffentlich rechtlicher Sender auf Videomaterial von selbsternannten Tierschutzaktionisten zurückgreift, um vermeintlich objektiv über die österreichische Landwirtschaft zu berichten. Der Einfluss von VGT-Chef Balluch auf den ORF ist offensichtlich.

Weiters müssen die Aussagen vom interviewten Tierarzt Martin Schmölz relativiert werden, der behauptet: "Ob Antibiotika nötig sind, hängt von der Haltung ab" und weiters "Bei den Biobetrieben ist es meistens so, dass wir mit der Einzeltierbehandlung durchkommen und hier nicht buchten- oder herdenweise therapieren müssen." Der Beitrag vermittelt ein völlig falsches Bild von konventionellen Tierhaltungsbetrieben und deren tierärztlichen Betreuung. Ein verantwortungsvoller Tierarzt entscheidet nicht aufgrund der Produktionsweise, sondern nach Einschätzung der medizinischen Notwendigkeit für die betroffenen Tiere.

Der sehr gute und weit über die Grenzen Europas hoch geschätzte Tiergesundheitsstatus der österreichischen Nutztierbestände ist das Resultat einer intelligenten Tiergesundheitspolitik, eines funktionierenden Tiergesundheitsdienstes und eines verantwortungsvollen Umgangs mit Tierarzneimitteln.

Die Gefahr von Resistenzbildungen im Humanbereich durch eine vorzeitig beendete Antibiotikatherapie oder Selbst-Therapieversuche mit zu Hause vorrätigen Antibiotika aus früheren Verschreibungen beziehungsweise kaum durchgeführte Antibiogramme stellen für uns die weitaus ernstere Gefahrenquelle dar.
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Tel.: 05 0259 29301, wolfgang.wisek@lk-noe.at

Ing. Mag. Stefan Fucik, LK Niederösterreich
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