Grüne Wien/Ellensohn: Inflationssteigerung durch Mieten hausgemacht

Automatische Mietzinssteigerungen nur ein Symptom für Stillstand bei Mietrechtsreform

Wien (OTS) - "In regelmäßigen Abständen wird darüber gejammert, dass Mieten als Preistreiber entscheidend zur Inflation beitragen. Dieser Teil der Inflation ist aber hausgemacht und der Bundesgesetzgeber bleibt untätig. Neben dringend notwendigen umfassenden Reformen, wie klaren, nachvollziehbaren Mietzinsobergrenzen statt des undurchschaubaren Richtwerts mit seinen Fantasiezuschlägen oder der Geltungserweiterung des MRG, damit nach 30 Jahren Abschreibdauer alle Wohnungen dem Mietrechtsgesetz unterliegen, können auch bei den Inflationsanpassungen der Mietzinse rasch Verbesserungen beschlossen werden", erklärt David Ellensohn, Klubobmann Grüne Wien.

Derzeit existieren verschiedene Modelle der Inflationsanpassung von Mieten nebeneinander: Kategoriemieten werden bei Überschreiten eines fünfprozentigen Schwellwerts und Richtwertmieten alle zwei Jahre automatisch vom Gesetzgeber indexiert. Vertragliche Indexanpassungen lassen sogar monatliche Steigerungen zu, bei Ein- und Zweifamilienhäusern oder frei finanzierten Wohnungen, die nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurden, sogar für drei Jahre rückwirkend. All diese Inflationsanpassungen von Mietzinsen tragen wiederum zur Preissteigerung bei.

"Wohnen muss Jede und Jeder. Die Leistbarkeit ist dabei entscheidend. Je mehr Einkommen für die Wohnung aufgewendet werden muss, desto weniger bleibt für Essen, Gesundheit, Bildung oder anderen Konsum. Statt regelmäßig über die Preissteigerungen zu stöhnen, sollte die Bundesregierung endlich die automatische Inflationsanpassung bei Richtwert- und Kategoriemieten neben den vertraglich vereinbarten Indexierungen ändern. Ein gangbarer Weg dabei wäre eine einheitliche Anpassung bei einer Schwellwertüberschreitung von 10 Prozent oder nur alle 5 Jahre, bei gleichzeitigem Wegfall individueller Anpassungsmöglichkeiten in den Mietverträgen", schließt Ellensohn.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat
Tel.: Tel.: (++43-1) 4000 - 81766
presse.wien@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0003