AK Tumpel: "Gagen-Hochkonjunktur im Top-Management"

AK-Analyse: ATX-Manager verdienen im Schnitt 1,3 Mio. Euro - das ist das 48-fache von ArbeitnehmerInnen

Wien (OTS) - Laut AK-Analyse bekommen Manager in den
Leitunternehmen im Wiener Börsenindex ATX im Schnitt um 20 Prozent mehr als im Vorjahr. " Mit 1,3 Millionen Euro Vorstandsgage verdienen ATX-Manager wieder das 48-fache von durchschnittlichen Arbeitnehmern. Das ist so viel wie im Rekordjahr 2008. Im Jahr 2000 war es noch das 20-fache. Ein ATX-Manager bekommt binnen zwölf Monaten, wofür andere ein Leben lang arbeiten. Das steht in absolut keiner Relation zur Leistung!", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Die AK fordert, dass die steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern bei 500.000 Euro endet. Bonuszahlungen, die im Jahr 2011 wieder sehr großzügig ausgefallen sind, sollten auf 30 Prozent des Fixums fixiert werden. Mit Aktienoptionen sollte jetzt endlich Schluss sein: "Manager sollten ihre Arbeit nicht auf kurzfristige Aktiengewinne ausrichten. Stattdessen muss nachhaltige Wirtschaften und gesamtverantwortliches Handeln belohnt werden", fordert Tumpel.

In die aktuelle Untersuchung der AK Abteilung Betriebswirtschaft konnten Anfang April bereits 16 der 20 Kapitalgesellschaften im ATX einbezogen werden. Es wurden jene Unternehmen berücksichtigt, die bis zum 4. April 2012 Konzernjahresabschlüsse für das Jahr 2011 veröffentlicht haben. Die Ergebnisse im Detail:

+ Enorme Steigerungsraten: Die Top-Aufsteiger
Am meisten verdienen die Vorstandsmitglieder der OMV (durchschnittlich 2,5 Millionen Euro pro Kopf), gefolgt von Andritz (2,2 Millionen), Lenzing (2,2 Millionen), Raiffeisen Bank International (1,7 Millionen) und Österreichische Post AG (1,2 Millionen). In der überwiegenden Mehrheit (80 Prozent) der Unternehmen steigen die Managergehälter an. Bei mehr als der Hälfte reichen die Steigerungsraten von 13,5 Prozent bis zu 124,0 Prozent. Das Management von Wienerberger, Lenzing und Vienna Insurance Group zählt zu den Aufsteigern: Die Gehälter wurden im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

+ Hohe Boni für das Management von Post und Telekom
Während die Grundgehälter in der Vorstandsetage im Schnitt um sechs Prozent gestiegen sind, wurden Bonuszahlungen um beinahe 10,0 Prozent erhöht und darüber hinaus enorme Abfindungen (z.B. OMV) bezahlt. Um mehr als die Hälfte steigen die Boni bei Post und Telekom. Den Post-Vorständen wurden 2011 in Summe 1,4 Mio. Euro an Aktienoptionen zugeteilt. Trotz Rekordverlust und großem Imageschaden dürfen sich auch die Telekomvorstände über ein sattes Bonusplus von 55,5 Prozent freuen. "Mit der Leistungsfähigkeit der Manager ist das einfach nicht zu erklären", sagt Tumpel.

Die AK fordert:
+ Unternehmen sollen nicht mehr als 500.000 Euro Vorstandsgage pro Kopf von der Steuer absetzen können.
+ Außerdem sind gesetzlich verbindliche Regeln für Vorstandsgehälter notwendig: Boni sollen nicht an die Steigerung des Aktienkurses geknüpft werden, sondern sich an nachhaltigen Kriterien wie etwa Qualifizierungsmaßnahmen oder dem Schaffen von neuen Arbeitsplätzen orientieren. Die Bonuszahlungen sollen außerdem maximal bis zu 30 Prozent der Grundgehälter betragen dürfen.
+ Managergehälter müssen in einem angemessenen Verhältnis zu den Löhnen und Gehältern der Beschäftigten stehen.
+ Der Aufsichtsrat soll gesetzlich verpflichtet werden, klare Kriterien für die Vorstandsvergütung vorzugeben und bei der Gestaltung von neuen Management-Verträgen ausdrücklich eine Herabsetzungsmöglichkeit der Vorstandsvergütung zu verankern.
+ Im Rahmen der Hauptversammlung sind die Aktionäre vom Aufsichtsrat umfassend über die Höhe und Zusammensetzung der Vorstandsbezüge zu informieren.
+ Und um endlich die Transparenz der Vergütungsberichterstattung zu erhöhen, muss es nun - wie von Bundesregierung angedacht - ein Gesetz geben, das die individuelle Veröffentlichung der Managergehälter verbindlich regelt.

Die Zahlen und Daten der AK Analyse zu den Managergehältern finden Sie auf: wien.arbeiterkammer.at

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