AK 2: Preistreiberei bekämpfen!

Wien (OTS) - Ein- und dasselbe Produkt kostet in Drogeriemärkten
in Wien um durchschnittlich 27,5 Prozent mehr als in Köln. Das zeigt das aktuelle AK Preismonitoring. Wo kommen solche Preisaufschläge zustande: bei den Produzenten, Verarbeitern oder im Handel wegen der hohen Konzentration der Drogeriemärkte in Österreich? Das muss genau geprüft werden, fordert die AK. In Deutschland kontrollieren die Behörden schärfer, was letztlich billigere Preise für die KonsumentInnen bringt. Den Profiteuren der Teuerung muss ein Riegel vorgeschoben werden, verlangt die AK.

Die Marktmacht einiger weniger großer Konzerne zieht auch ein höheres Preisniveau nach sich. Drei große Drogerieketten - Bipa, dm Drogeriemarkt und Schlecker - teilen sich den Markt. Sie verfügen über 1.900 Standorte und haben einen Marktanteil von 80 Prozent. Hinzu kommt, dass BIPA eine Tochtergesellschaft des REWE-Konzerns ist und Spar bei dm Drogeriemarkt mit rund 32 Prozent beteiligt ist. Das heißt, die dominanten Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel sind gleichzeitig die dominanten Marktführer im Drogeriefachhandel. Es gibt daher kaum einen Konkurrenzkampf zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriefachhandel bei den Haushalts-und Körperpflegeprodukten. Es ist zu prüfen, ob ein Teil der Preissteigerung durch die Marktmacht verschärft wird - und es ist egal, ob das bei Lebensmitteln oder Sprit ist. Denn die Zeche zahlen die KonsumentInnen.

Das sogenannte "Wettbewerbspaket" muss daher rasch umgesetzt werden, fordert die AK. Durch die Einführung eines gesetzlich verankerten Monitorings hätte die Behörde ein zusätzliches Instrument bei der Bekämpfung unfairer Praktiken in der Hand und könnte die Branchen besser unter die Lupe nehmen.

Strengere Kontrollen und höhere Geldstrafen führen letztlich zu günstigeren Preisen, wie ein Vergleich mit Deutschland zeigt. Bei der Aufdeckung von Kartellen und der Bekämpfung von Marktmachtmissbrauch wird in Deutschland rigoroser vorgegangen. Im Nachbarland wurde die Konsumgüter- und Lebensmittelindustrie wiederholt wegen Absprachen abgestraft. Für Österreich trifft das nicht zu. So wurden etwa im Jahr 2011 die Hersteller der Geschirrspülmittel-Tabs "Somat" und "Calgonit" wegen langjähriger Preisabsprachen zu Lasten der KonsumentInnen abgestraft.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002