Wiener Zeitung: Staat stellt Volksbanken de facto unter Kuratel

Ex-EZB-Direktorin Tumpel-Gugerell soll als Aufsichtsratschefin zu Volksbanken AG

Wien (OTS) - Der Regierung und den Aufsichtsbehörden platzt der Kragen: Bei der künftig teilstaatlichen Volksbanken AG (ÖVAG), dem Spitzeninstitut des Sektors, soll aufgeräumt werden. In den Aufsichtsrat wird nach Informationen der "Wiener Zeitung" die Ex-EZB-Direktorin Gertrude Tumpel-Gugerell entsandt - sie wird der SPÖ zugerechnet. Der bisher für den Aufsichtsratsvorsitz gehandelte Unternehmensrechtler Waldemar Jud hatte bisher die 68 Volksbanken beraten: Ihm wird deshalb die notwendige Unvoreingenommenheit nicht geglaubt.

Als Generaldirektor ist Ex-Bawag-Vorstand Stephan Koren im Gespräch. Der aus der ÖVP stammende Bankexperte überlegt allerdings selbst noch, ob er sich den Job antun soll. Er fordert freie Hand für die Sanierung.

Um das langfristige Überleben der Volksbanken-Gruppe zu sichern, müssen die Banken einen wechselseitigen und allumfassenden Haftungsverbund eingehen. Um den Widerstand dagegen zu brechen, wurde den Volksbanken beschieden, dass jede Bank, die bei der notwendigen Hauptversammlung diese Beschlüsse verweigert, unter Kuratel gestellt wird: Wer dagegen ist, hätte keine Einlagensicherung mehr, die Aufsicht würde sofort einen Regierungs-Kommissär dorthin entsenden, um die Geschäfte zu leiten.

In Aufsichtskreisen wird der ÖVAG übel genommen, dass sie die günstigen Drei-Jahres-Kredite der Europäischen Zentralbank nicht in Anspruch genommen hat. Die Republik haftet mit zwei Milliarden Euro für die ÖVAG.

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