Wlodkowski: Programm zur Bienenschäden-Vermeidung abermals verschärft

Landwirtschaft schlägt amtliches Untersuchungssystem vor

Wien (OTS) - "Die Landwirtschaft steht vor dem Faktum, dass sie
den Maiswurzelbohrer bekämpfen und gleichzeitig streng auf den Bienenschutz achten muss und will. Dieser gefährliche Schädling wurde aus Übersee am Balkan eingeschleppt und wandert immer stärker von Südosteuropa nach Österreich, wo er Mais, Kürbis und andere Kulturen gefährdet. Um bei der Bekämpfung dieses Schädlings Bienenschäden zu vermeiden, haben wir 2012 das Bienenschutz-Programm abermals verschärft. So wurde das bisher verwendete Beizmittel für Saatgut bei Kürbis gänzlich verboten und bei Mais nochmals um 50% reduziert. Darüber hinaus ist die Fruchtfolge in dieser Form erstmals verpflichtend vorgeschrieben, was den jährlichen Maisanteil in den Ackerbaugebieten senken wird. Um objektive Zahlen über tatsächliche Schäden bei Bienen zu erhalten, schlagen wir vor, dass das bisher freiwillige Monitoringsystem auf eine amtliche Untersuchung umgestellt wird", teilte heute LK Österreich-Präsident Gerhard Wlodkowski mit.

Amtliche Untersuchung von Schäden

"Bis zum Jahr 2011 waren es von Imkern freiwillig eingesandte Proben, die untersucht worden sind. Die AGES hat dafür in den vergangenen Jahren beachtliche Geldmittel aufgewendet. Wir erachten es als zweckmäßig, diese freiwillige und möglicherweise nur bedingt repräsentative Maßnahme auf objektive, amtliche Beine zu stellen. Daher sollte zur Beseitigung möglicher Schwächen ein amtliches Untersuchungssystem mit amtlicher Probenziehung installiert werden. Das Ergebnis, das dann in akkreditierten Labors festgestellt wird, kann als objektive und fachlich unbestrittene Basis für weitere Maßnahmen herangezogen werden", betonte Wlodkowski und ergänzte: "Die Landwirtschaft setzt 2012 auf mehrere Maßnahmen nebeneinander und unterstützt auch wirkungsvolle amtliche Kontrollen, um optimalen Bienenschutz gewährleisten zu können."

Varroamilbe ist Haupt-Schädling

"Der abgelaufene Winter hat in ganz Europa zu überdurchschnittlich starken Ausfällen bei Bienenvölkern geführt. Die Hauptursache für diese Schäden war dabei die Varroamilbe in Kombination mit einigen Virosen, die ganze Bienenvölker vernichten. Dies zeigen dänische Zahlen eindeutig: Obwohl es in Dänemark keinerlei Beizmittel gibt, dort sind Neonikotinoide aufgrund klimabedingt fehlender Maisbestände und der weitgehenden Freiheit von Insektenschäden nicht im Einsatz, haben die Imker diesen Winter 35% der Bienenvölker verloren", stellte Wlodkowski fest.
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