Pirklhuber: Illegale Pestizide töten Bienen, Berlakovich schaut tatenlos zu

Grüne setzen Melissa-Bericht auf Tagesordnung des Landwirtschaftsausschusses

Wien (OTS) - "Es ist eine Farce, was Minister Berlakovich
angesichts der alarmierenden Ergebnisse der Studie zum Auftreten von Bienenverlusten in Österreich an Handlungen setzt. Anstatt wirklich etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen und die bienengefährlichen Beizmittel zu verbieten, schiebt der Minister das Problem auf die lange Bank", kritisiert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

Die Studie "Untersuchungen zum Auftreten von Bienenverlusten in Mais-und Rapsanbaugebieten Österreichs und mögliche Zusammenhänge mit Bienenkrankheiten und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln" (MELISSA) der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) zeigt: "In den Jahren 2009-2011 sind in Österreich regional gehäuft Bienenschäden aufgetreten, die rückstandsanalytisch häufig mit der Verwendung von insektizidgebeiztem Mais- und Ölkürbissaatgut in Zusammenhang zu bringen waren". Außerdem zeichnet die aktuelle Studie ein erschreckendes Bild über den illegalen Einsatz von Pestiziden in Österreich. Drei in der EU nicht zugelassene Insektizide und ein in der EU illegales Herbizid wurden nachgewiesen.

"Der Einsatz illegaler Pestizide in Österreich scheint trauriger Alltag zu sein, da es offensichtlich kein funktionierendes Kontrollsystem gibt. Wir fordern einen Pestizidreduktionsplan, der die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden innerhalb von fünf Jahren um 30 Prozent zum Inhalt hat. Natürlich muss diese Maßnahme mit einem wirksamen Kontrollsystem gekoppelt werden. Unser diesbezüglicher Antrag liegt seit Februar des vergangenen Jahres dem Nationalrat vor", sagt Pirklhuber.

"Nachdem die MELISSA-Studie mit über zwei monatiger Verspätung fertiggestellt wurde, will der Minister eine weitere Saison dem Bienensterben tatenlos zusehen. Anstatt unserem Antrag nach einem Verbot der bienengefährlichen Beizmittel endlich zu folgen, wurde dieser im letzten Ausschuss vertagt. Jetzt wurde uns ein Hearing zur Melissa-Studie für den 30. Mai in Aussicht gestellt. Das ist eine unnötige Verschleppung dieses wichtigen Themas. Diese Zeit haben die Bienen nicht. Seit über drei Jahren findet das alarmierende Bienensterben in Österreich statt, jetzt müssen endlich Handlungen gesetzt werden. Ich habe unseren Verbotsantrag deshalb für den kommenden Landwirtschaftsausschuss wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Die Regierungsparteien können dann beweisen, ob sie die Bienen schützen wollen oder weiter nur beschwichtigen und aufschieben", erklärt Pirklhuber.

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