Konjunkturumfrage in der Slowakei - Auslandsinvestoren optimistisch für 2012

Wirtschaftsdelegierter Sagmeister: Optimismus der österreichischen Unternehmen in der Slowakei gedämpfter, von Krisenstimmung aber keine Rede

Wien (OTS/PWK223) - Die österreichischen und deutschen
Investoren in der Slowakei sind nicht in die Krise zurückgefallen und sehen dem laufenden Wirtschaftsjahr 2012 mehrheitlich optimistisch entgegen. Gemäß der jährlichen Konjunkturumfrage des AußenwirtschaftsCenters Bratislava der Außenwirtschaft Österreich (AWO) und der Deutsch-Slowakischen Industrie- und Handelskammer, an der über 200 Firmen aus Österreich und Deutschland teilgenommen haben, "rechnet die überwältigende Mehrheit der Investoren für 2012 mit besseren oder zumindest ähnlich guten Geschäften wie im Vorjahr", fasst Patrick Sagmeister, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in der Slowakei, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Allerdings ist der Standort nicht frei von Problemen, auf die neue Regierung warten auch zahlreiche Herausforderungen. Denn die gegenwärtige allgemeine Wirtschaftslage in der Slowakei betrachten nicht einmal zwanzig Prozent der befragten Unternehmen als gut, noch weniger gehen von einer Verbesserung im weiteren Jahresverlauf aus. Sagmeister: "Die Erwartungen an das eigene Unternehmen fallen hingegen deutlich zuversichtlicher aus. Knapp die Hälfte der Firmen rechnet mit steigenden Umsätzen in diesem Jahr und jeder vierte Betrieb möchte Investitionen und Mitarbeiterzahl ausweiten." Nur weniger als 20 Prozent machen sich auf schlechtere Geschäfte gefasst. Die Umfrage zeige, dass von den ausländischen Investoren auch in diesem Jahr Wachstumsimpulse ausgehen werden. "Im Vergleich zum Vorjahr ist der Optimismus zwar etwas gedämpfter, von Krisenstimmung kann aber nicht die Rede sein. Denn die Zahl der Unternehmen, die in diesem Jahr tatsächlich mit einem ungünstigen Geschäftsverlauf rechnen, ist klar in der Minderheit", so Sagmeister.

Den Standort Slowakei zeichnen nach Meinung der befragten Investoren vor allem die Mitgliedschaft in der EU, die leistungsbereiten und produktiven Arbeitskräfte zu relativ moderaten Kosten sowie die Verfügbarkeit und Qualität lokaler Zulieferer aus. Das Flat-Tax-System wird dagegen nur noch als mäßig positiver Standortfaktor erachtet. "Dies ist ein klares Zeichen der Investoren, dass Steuererhöhungen Gift für die Konjunktur sind. Schon vor den Wahlen hatte die Flat Tax nicht mehr die Anziehungskraft von einst", gibt etwa Vladimír Slezák, Generaldirektor der Siemens-Tochter in Bratislava, zu bedenken. Im Vergleich mit anderen mittel- und osteuropäischen Staaten bewerten die Umfrageteilnehmer die Slowakische Republik wie schon in den Vorjahren als den attraktivsten Investitionsstandort in der Region. So würde die klare Mehrheit der ausländischen Unternehmen (88%) heute ihre Investition in der Slowakei wiederholen.

Anlass zur Kritik gibt es dennoch. Nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr wünschen sich die Investoren eine Rückkehr zur politischen Stabilität. Konkreten Handlungsbedarf sehen die Firmen mehrheitlich bei der Bekämpfung von Korruption, der Durchsetzung von Rechtsansprüchen und der Reform des Ausbildungssystems. "Der Fachkräftemangel ist wieder zu einem Problem geworden", erläutert Slezák. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern benötigt die Wirtschaft mehr und vor allem besser qualifizierte Absolventen aus technischen Bereichen. Dem derzeitigen Berufsbildungssystem mangle es eklatant an der Vermittlung praktischer Kenntnisse", so Slezák. (BS)

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