FPÖ-Themessl zu Wertpapier-KESt: Banken-Deal der Finanzministerin geht zu Lasten der Kunden

"Die Stichtagsregelung bringt den Banken Vorteile, für Anleger birgt sie die Gefahr auch dann KESt zahlen zu müssen, wenn sie keinen Gewinn erzielt haben."

Wien (OTS) - "Mit 1. April 2012 sind nicht nur die
steuerrelevanten Belastungsgesetze und die Vorratsdatenspeicherung in Kraft getreten, sondern auch die volle Wirkungskraft der Wertpapier-KESt mit einigen evidenten Nachteilen für die Bankkunden", so der freiheitliche Wirtschaftssprecher Bernhard Themessl. "Fatal dabei ist, dass die Banken mit der Finanzministerin einen bequemen Deal hinsichtlich Wertpapierbewertung - zum Nachteil vieler Kunden -ausverhandelt haben. Diese Sonderregel für Wertpapiere, die zwischen 1. Jänner 2011 und 31. März 2012 erworben wurden, sieht vor, dass nicht der ursprüngliche Anschaffungskurs zur zukünftigen KESt-Berechnung herangezogen wird, sondern der per 31. März 2012 bekannte Schlusskurs", erklärt Themessl. Diese Möglichkeit bringe den Banken doch erhebliche Vereinfachungen und Kosteneinsparungen und das zum Nachteil vieler Wertpapierkunden.

Wenn ein Anleger beispielsweise im Mai 2011 Aktien im Wert von 1.000 Euro gekauft habe und diese zum Stichtag 31. März 2012 nur mehr 700 Euro wert seien, aber bis zum Verkauf im Oktober 2012 wieder auf 1.000 Euro steigen würden, so werde eine KESt fällig. "In diesem Fall geht die Bank von einem Gewinn von 300 Euro aus und behält 25 Prozent KESt für die Finanzministerin ein. Eine Steuer von 75 Euro ist abzuführen obwohl kein Gewinn erzielt worden ist", kritisiert Themessl. Wenn Anleger beispielsweise im September 2011 bei niedrigen Börsenkursen Aktien erworben hätten und diese bis zum 31. März 2012 gestiegen seien, würden sie zu den "Gewinnern" zählen, denn bei ihnen greife der Fiskus nicht so stark zu, da ein Teil des Gewinnes nicht zu versteuern sei.

"Diese Art der Besteuerung ist ein Unding und zeigt die Geisteshaltung der Finanzministerin eindeutig auf. Eigentlich sollte die Steuergesetzgebung in Österreich jeden Bürger grundsätzlich gleich behandeln. Weit gefehlt, wie anhand dieses Beispiels zu sehen ist", so Themessl.

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